Experte: Inflation könnte "existenzbedrohend" werden

In Österreich stiegt die Inflation weiter an.
In Österreich stiegt die Inflation weiter an.BARBARA GINDL / APA / picturedesk.com
Österreich ist derzeit von einer echten Teuerungswelle betroffen. Die Inflation befindet sich nach wie vor auf einem Hoch. 

Bereits seit Ende 2021 herrscht in Österreich eine massive Inflation, die Konsumentinnen und Konsumenten merken dies an stetig teuer-werdenden Produkten. Ein Ende der Geldentwertung ist vorerst nicht abzusehen. Demnach ist sogar das Gegenteil zu befürchten. 

Erst gegen Mitte des Jahres Besserungen 

Wie die "Kronen Zeitung" am Freitag berichtet, rechnet der WIFO-Experte Josef Baumgartner für 2022 im Jahresschnitt mit einer Teuerungsrate von rund 3,5 Prozent. Durchbeißen heißt es für Kundinnen und Kunden noch im Februar und im März, erst danach soll es zu schrittweisen Verbesserungen kommen, meint Baumgartner. Damit würde zwar nicht zwangsläufig wieder etwas billiger, der Zuwachs würde jedoch gestoppt werden. 

Laut Statistik Austria lag die Teuerungsrate im Vorjahr bei 2,8 Prozent – der große Anstieg erfolgte erst im Dezember, als die Inflation plötzlich auf 4,3 Prozent angestiegen war. Besonders sichtbar wurde das bei einigen Lebensmitteln. Butter war im letzten Monat des Jahres 2021 demnach um 9,4 Prozent teurer als noch im Dezember 2020. Erdäpfel kosteten um 5,3 Prozent mehr und der Preis für ein Flaschenbier erhöhte sich 14,4 Prozent.

Drastisch stiegen die Preise jedoch bei Kraftstoff und Heizöl an. Ein Dieseltank wurde um 33,9 Prozent teurer und Heizöl kostete nach einer Preissteigerung von 44,9 Prozent fast um die Hälfte mehr als noch im Vorjahr. 

Inflationsprognose für Europa
Inflationsprognose für EuropaAPA-Grafik / picturedesk.com

Besonders einkommensschwache Familien leiden unter der Inflation. "Insgesamt wird es sich nicht ausgehen, dass die Preissteigerung real abgefangen werden kann. Haushalte, die Sozialleistungen empfangen, die nicht indexiert sind, wie etwa die Mindestsicherung, Studien- oder Familienbeihilfe, werden einen effektiven realen Einkommensverlust erleben", so Baumgartner. 

Volkshilfe-Präsident Ewald Salcher warnt zudem: "Für Alleinlebende oder Alleinerziehende beträgt die Sozialhilfe 2022 maximal rund 978 Euro, für Paare 1369 Euro, zwölfmal im Jahr. Für diese Menschen sind die Preissteigerungen existenzbedrohend."

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