Experten gehen wegen neuer F1-Regel auf Mercedes los

Die F1-Experten kritisieren Mercedes-Boss Toto Wolff
Die F1-Experten kritisieren Mercedes-Boss Toto Wolffimago
Das "Porpoising", das Hüpfen von Formel-1-Autos auf der Geraden, lässt weiterhin die Wogen hochgehen. Kritiker schießen sich nun auf Mercedes ein. 

Und das nicht ganz zu Unrecht. Schließlich äußerten die "Silberpfeile" und ihre Piloten Lewis Hamilton und George Russell besonders laut Kritik am Hoppeln der Boliden auf den Geraden. Nach dem Großen Preis von Aserbaidschan, bei dem das Phänomen besonders stark auftrat, klagte Hamilton sogar am Boxenfunk und nach dem Rennen in Interviews über Schmerzen, ließ zunächst sogar ein Antreten in Kanada offen.

Die FIA reagierte daraufhin, änderte die Regeln. Bodenplatten werden stärker kontrolliert. Zusätzlich erklärte der Motorsport-Weltverband, eine Formel zu erarbeiten, um die Schwingungen im Cockpit messen zu können. Sollten Grenzwerte überschritten werden, kann das Team dazu verpflichtet werden, die Bodenfreiheit um bis zu zehn Millimeter anzuheben. Damit reduziert sich das "Bouncing", dies geht allerdings auf Kosten der Geschwindigkeit. 

Experten schießen gegen Wolff

Dass die FIA überhaupt eingegriffen hat, ist vielen ein Dorn im Auge. Schließlich kommen einige Teams - allen voran Red Bull - mit dem Hüpfen der Boliden besser zurecht. Deshalb soll es bei einem Treffen der Teamchefs in Montreal heiß her gegangen sein. "Hinterhältig" und "erbärmlich" nannte Mercedes-Teamchef Toto Wolff das Vorgehen der anderen Team-Bosseschließlich. 

Wolff selbst sieht sich jedoch Angriffen von Formel-1-Experten ausgesetzt. So bezeichnete Ex-Weltmeister Jacques Villeneuve das Vorgehen der "Silberpfeile" in seiner Kolumne auf "formule1.nl" als "Kampagne. In den vergangenen Jahren haben sie immer alles dafür getan, um ihren Vorsprung zu behalten. Jetzt haben sie ein schlechtes Auto gebaut. Das ist aber ihr Problem, nicht das der FIA. Andere Teams haben es besser gelöst. Warum sollten die mit einer Regeländerung bestraft werden?" 

Ähnlich schroffe Töne kommen auch vom ehemaligen deutschen Formel-1-Fahrer Christian Danner, der bei "Sport1" ebenfalls gegen Mercedes schoss. "Wenn ein Team nicht in der Lage ist, ein Auto zu bauen, das der Fahrer ohne Schmerzen fahren kann, dann ist nicht die FIA dafür verantwortlich, sondern das Team. Das Auto kann man abstimmen und weicher machen. Dann ist das Auto leider langsamer, aber wenigstens kann man es fahren", schloss Danner. 

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