Reisen

Extreme Hitze, Waldbrände: Wo wir künftig Urlaub machen

Die Hitzewellen im Sommer führen laut Experten zu Veränderungen im Tourismus. Urlauber werden sich künftig andere Reiseziele suchen. 

Stefanie Riegler
Ein Sommerurlaub in den nördlichen Ländern, wie hier in Kopenhagen, wird immer attraktiver.
Ein Sommerurlaub in den nördlichen Ländern, wie hier in Kopenhagen, wird immer attraktiver.
viennaslide / picturedesk.com

42 Grad in Rom, 43 Grad auf Mallorca, 45 Grad in Katalonien: In Europa ist es derzeit so heiß wie nie zuvor. Seit mehreren Tagen leiden Einheimische und Touristen vor allem in den südlichen Ländern unter einer extremen Hitzewelle, "Heute" berichtete. "Das hält man nicht mehr aus", erklärte eine deutsche Touristin vor dem Kolosseum in Rom.

Griechenland kämpft derzeit nicht nur gegen die Hitze, sondern auch gegen Waldbrände, wie etwa auf der beliebten Ferieninsel Rhodos. Fehlender Regen und die hohen Temperaturen verstärken die Trockenheit in der Region. 

Laut Tourismusverbänden dürfte das künftig auch Folgen für den Sommerurlaub haben. Aufgrund der hohen Temperaturen werden Urlauber wohl neue Reiseziele anvisieren.

Höhere Nachfrage bei Ländern im Norden

Wie Daten der European Travel Commission (ETC) zeigen, ist die Anzahl der Menschen, die zwischen Juni und November in südeuropäische Länder reisen möchten, im Vergleich zum Vorjahr um zehn Prozent gesunken.

Auf der anderen Seite gibt es eine höhere Nachfrage für Länder wie Tschechien, Dänemark und Irland. Der Trend gehe aktuell weg vom stärksten Monat August hin zum Herbsturlaub, sagt ETC-Leiter Miguel Sanz.

"Entspannung und Erholung nicht mehr möglich"

Daniela Haluza, Umweltmedizinerin von der MedUni Wien, erklärte am Mittwoch im Interview mit "Cafe Puls4", dass der Klimawandel alle Bereiche des Lebens beeinflussen werde. Genaue Prognosen seien schwierig. Aber: "Der Sommerurlaub wird sich sicher verändern, denn bei derart heißen Temperaturen ist Entspannung und Erholung nicht mehr möglich", so die Expertin.

Ähnlich sieht das auch der Tourismus- und Zukunftsforscher Peter Zellmann:. "Meteorologen sagen ja schon lange, dass der Mittelmeerraum eine sehr heiße Sommerzone werden wird und die Menschen daher die beliebten Strände am Mittelmeer meiden werden oder sollten", sagt er am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal.

Österreich als Gewinner?

Frühling und Herbst würden deshalb als Reisezeit an Bedeutung gewinnen. "Das wird die erste Verschiebung sein, dass Menschen solche Hotspots in der Vor- oder Nachsaison bereisen".

Der Alpenraum könnte "der Gewinner" dieser Misere werden, so Zellmann. "Österreich rechnet sich da große Chancen aus als kühlende erholsame Oase inmitten eines heißer werdenden Mittelmeerraums". Aber auch die Länder im Norden und Osten Europas werden als Urlaubsländer attraktiver werden.

    In der Hauptstadt Athen musste wegen der Hitze die Akropolis geschlossen werden.
    In der Hauptstadt Athen musste wegen der Hitze die Akropolis geschlossen werden.
    LOUISA GOULIAMAKI / AFP / picturedesk.com