Wirecard-Skandal: Österreicher Braun festgenommen

Wirecard-Ex-Chef Markus Braun
Wirecard-Ex-Chef Markus Braunpicturedesk.com
Der zurückgetretene Chef des deutschen Finanzdienstleisters "Wirecard" wurde festgenommen. Der Wiener Markus Braun habe sich am Abend gestellt.

Die Staatsanwaltschaft München hat den ehemaligen "Wirecard"-Chef Markus Braun am Montag festgenommen. Ein Bilanzskandal in Milliardenhöhe wurde ihm zum Verhängnis. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, habe sich der Wiener am Abend gestellt. Er werde im Laufe des Tages der Ermittlungsrichterin, die über die Haft entscheidet, vorgeführt.

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Der Auslöser waren 1,9 Milliarden Euro, die bei "Wirecard" in der Bilanz aufscheinten, aber nach eigenen Angaben mit "überwiegender Wahrscheinlichkeit" nicht existieren. 

"Nach ihren bisherigen Ermittlungen legt die Staatsanwaltschaft München I dem Beschuldigten zur Last, ggf. im Zusammenwirken mit weiteren Tätern die Bilanzsumme und das Umsatzvolumen der Wirecard AG durch vorgetäuschte Einnahmen aus Geschäften mit sogenannten Third-Party-Acquirern (TPA) aufgebläht zu haben, um so das Unternehmen finanzkräftiger und für Investoren und Kunden attraktiver darzustellen", heißt es in einer Aussendung der Staatsanwaltschaft München.

Geschäftsräume untersucht

Der gesamte "Wirecard"-Vorstand wurde wegen Verdachts der Marktmanipulation angezeigt, die Staatsanwaltschaft ließ Geschäftsräume des Unternehmens durchsuchen. Für Markus Braun gilt die Unschuldsvermutung.

Der 50-Jährige galt stets als öffentlichkeitsscheuer Manager. Nachdem "Wirecard" die Commerzbank im deutschen Börsenindex DAX abgelöst hatte, rückte das Unternehmen in den Fokus der Medien. Innerhalb von 18 Jahren wandelte der Wiener "Wirecard" zu einem seriösen Konzern. Jetzt findet seine Bilderbuchkarriere mit einem Bilanzskandal ein jähes Ende.

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