Nein, gegen einen Eldorado müssen Max Verstappen und Lewis Hamilton in Zukunft nicht auf den Rennstrecken der Formel 1 antreten. Der Klassiker bleibt ein begehrtes Sammlerstück bei Liebhabern von US-Oldtimern, die aus Verbundenheit zu Cadillac in Zukunft womöglich aber auch die Königsklasse genauer beobachten werden.
Der Automobilriese General Motors drängt mit seiner Edelmarke in die Formel 1. Gemeinsam mit der amerikanischen Rennsport-Größe Michael Andretti ist der Einstieg eines "echt-amerikanischen" Teams geplant. "Ich habe das Gefühl, dass wir in der Lage sind, ein neues Team in der Formel 1 zu stellen", sagte Andretti, "dass wir der Serie Mehrwert und den Fans Spannung bringen können."
Einen genauen Zeitpunkt für den erhofften Einstieg nannte Andretti nicht. Nach der Absichtserklärung hänge dies davon ab, wie viel Zeit der folgende Prozess in Anspruch nehme. Den Antrieb würde das Team zunächst von einem der etablierten Hersteller beziehen. Der französische Autobauer Renault, Eigner des Alpine-Teams, gilt als potenzieller Partner.
Ein gemeinsamer Einstieg von Andretti und Cadillac wäre erneuter Ausdruck des Booms auf dem US-Markt, der vom US-Eigner Liberty Media und der Netflix-Produktion "Drive to Survive" befeuert wird. Im kommenden Jahr finden erstmals drei Rennen in den Staaten statt, zu Miami (7. Mai) und Austin (22. Oktober) gesellt sich dann Las Vegas (18. November). Ein US-Team gibt es bereits: Haas, Rennstall des Deutschen Nico Hülkenberg, unterhält allerdings auch eine Fabrik in England und arbeitet technisch sehr eng mit Ferrari zusammen.
Beim Automobil-Weltverbandes FIA dürfte der Vorstoß mit Wohlwollen aufgenommen werden. Präsident Mohammed Ben Sulayem hatte zu Wochenbeginn den Wunsch für eine Vergrößerung des Starterfeldes kundgetan. Er habe einen entsprechenden "Prozess der Interessenbekundung für potenzielle neue Teams" in die Wege geleitet.
Der Einstieg als neues Team ist allerdings kompliziert. Interessenten müssen neben den finanziellen auch die personellen und technischen Voraussetzung nachweisen, um nachhaltig bestehen zu können. Audi, das 2026 dazustößt, geht eine Partnerschaft mit dem Traditionsrennstall Sauber ein - und kommt nicht als neues, eigenständiges Team.
In die kommende Rekordsaison mit 23 Rennen, die am 5. März in Bahrain beginnt, starten zehn Teams mit 20 Fahrern. Der elitäre Kreis um Ferrari, Mercedes und Red Bull sieht ein elftes Team kritisch. Es regt sich Widerstand - in erster Linie aus finanziellen Gründen.
Einnahmen werden in Form von Preisgeldern und festen Beträgen, die durch zehn geteilt werden, verteilt. Kommt ein neues Team hinzu, bekommen alle weniger vom Kuchen. "Der Wert der Formel 1 besteht darin, dass es nur eine begrenzte Anzahl von Franchises gibt. Und wir wollen diesen Wert nicht verwässern, indem wir einfach Teams hinzufügen", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Wenn ein Team hinzukomme, müsse es nachweisen, dass es mehr Geld einbringe als es koste: "Denn das elfte Team bedeutet eine zehnprozentige Verwässerung für alle anderen."
Grundsätzlich ist dagegen bereits Vorsorge getroffen. Neueinsteiger müssen eine Einmalzahlung in Höhe von 200 Millionen US-Dollar leisten, um den Verlusten der anderen entgegenzuwirken. Für Andretti und General Motors wäre das keine Hürde.
Textquelle: AFP