Die Saison ist für Ricciardo vorzeitig zu Ende gegangen, der Grand Prix von Singapur war das letzte Rennen des Australiers bei den Racing Bulls, dem zweiten Red-Bull-Team. Eigentlich hatte der Sieger von acht Formel-1-Rennen den Plan, sich mit starken Ergebnissen für eine Beförderung zum Teamkollegen von Max Verstappen beim Weltmeister-Rennstall zu empfehlen, doch das misslang komplett.
Stattdessen übernimmt der talentierte 22-jährige Lawson dessen Cockpit an der Seite von Yuki Tsunoda. Und hat sogar die Chance, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Sollte der Neuseeländer überzeugen, seinen japanischen Teamkollegen im Griff haben, und gleichzeitig Sergio Perez bei Red Bull schwächeln, könnte Lawson aufsteigen. Zunächst steht jedenfalls ein Ausscheidungsduell an. Nur der Schnellere der beiden Racing-Bulls-Fahrer kommt für die Beförderung infrage. Lawson bleiben also sechs Saisonrennen. Bemerkenswert dabei: Sein Vertrag gilt vorerst nur bis Jahresende.
Der 22-Jährige ersetzte schon 2023 Ricciardo für fünf Rennen, nachdem sich der Australier in Zandvoort einen Mittelhandknochenbruch zugezogen hatte – der Anfang vom Ende beim 35-Jährigen. Und der Startschoss von Lawsons Formel-1-Karriere. Fünf Rennen, die auch bei Red-Bull-Teamchef Christian Horner offenbar Eindruck hinterließen, wie Lawson nun im Podcast "F1 Nation" erzählte. "Die Idee, dass ich ich einspringen könnte, hatte er schon vor einem Jahr. Als ich mein Cockpit wieder abgeben musste, war eines der Dinge, die er zu mir sagte: ,Ich gebe dir mein Wort. Ich werde dir ein Cockpit geben, irgendwann in der nächsten Saison´."
So kam es nun auch. "Ich wusste immer, dass es die Intention des Teams war. Aber die Formel 1 ist eine Achterbahnfahrt. Jedes Wochenende ändern sich Dinge. An einem Punkt sieht es wirklich gut aus, und dann wieder nicht so gut. Um ehrlich zu sein ist es schrecklich. Denn man sitzt da und fragt sich, wie gut die Chancen sind, bald selbst zu fahren und es hängt total davon ab, wie gut die anderen fahren. Eigentlich willst du nicht, dass der Abschied von jemand anderem dir den Weg freimacht. Aber dass ich fahren kann, muss jemand anderer gehen", erzählte Lawson.
Es sei aber nie klar gewesen, wen Lawson ersetzen werde. "Es war so in die Richtung: ,In zwölf Monaten wirst du im Auto sitzen, aber wir wissen noch nicht, wo´", erzählte Lawson. Die finale Entscheidung sei dann bereits rund um das Rennen in Baku gefallen, wie der 22-Jährige erzählte. Der Ricciardo-Rauswurf wurde von den Racing Bulls erst nach dem Grand Prix von Singapur verkündet. Obwohl es zuvor ein offenes Geheimnis im Fahrerlager war.