Knallhartes Urteil

F1-Teamchef: Schumacher nicht der beste Fahrer

James Vowles arbeitete einst mit Michael Schumacher zusammen. Für den Briten gibt es aber einen deutlich talentierteren Fahrer. 
Sport Heute
27.01.2024, 19:56
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Vowles führt seit 2023 den Williams-Rennstall, brachte das britische Traditionsteam zurück in die Erfolgsspur. Immerhin konnte Williams den guten Rang sieben in der Fahrer-Weltmeisterschaft ergattern, war damit das beste der vier Nachzügler-Teams, ließ Alpha Tauri, das jetzt Racing Bulls heißt, genauso wie Alfa Romeo und Haas hinter sich. 

Sein Handwerk lernte Vowles bei Mercedes, wo der 44-Jährige im Jahr 2001 begann, sich schließlich bis zum Chef-Rennstrategen hocharbeitete, ehe er die Teamchef-Rolle bei Williams übernahm. Vowles startete beim Rennstall aus Brackley im Jahr 2001, als es noch BAR war, blieb beim Team, als Honda 2005 einstieg, war dabei, als der Rennstall Brawn GP wurde und sensationell die Saison 2009 dominierte und prägte danach die erfolgreiche Mercedes-Ära mit. 

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"Hamilton hatte mehr Talent als Schumi"

In seinen 22 Jahren beim Rennstall arbeitete Vowles mit den beiden erfolgreichsten Formel-1-Größen aller Zeiten zusammen: den beiden Siebenfach-Weltmeistern Michael Schumacher und Lewis Hamilton. Als Vowles nun im Podcast "High Performance" nach den beiden Rekord-Titelträgern gefragt wurde, fällte der 44-Jährige ein überraschend klares Urteil. 

"Als Lewis Hamilton 2013 zu Mercedes kam, merkte ich bald, er hat mehr natürliches Talent als jeder Fehrer, mit dem ich sonst gearbeitet habe. Inklusive Michael Schumacher", meinte Vowles. Schumacher war 2006 nach seiner erfolgreichen Ferrari-Ära zurückgetreten, fuhr dann zwischen 2010 und 2012 drei Saisonen für die '"Silberpfeile", in deren Nachwuchsprogramm der Deutsche einst an die Motorsport-"Königsklasse" herangeführt wurde. Damals war Mercedes jedoch weit entfernt von der Spitze, ein einziger Stockerlplatz schaute dabei heraus. 

Siege nicht um jeden Preis

Dass Mercedes nach den umfassenden Regeländerungen mit der Saison 2014 jahrelang das dominierende Team in der Formel 1, sei auch Hamilton zu verdanken. "Zunächst waren wir nicht in der Lage, den WM-Titel zu gewinne. Aber Lewis hat schnell gelernt – du wirst nicht Weltmeister mit der Einstellung, jedes Rennen um jeden Preis gewinnen zu wollen. Du musst vielmehr akzeptieren können, dass es die zweiten und dritten Ränge sind, die dir zum Titel verhelfen. An genau den Tagen, an denen du nicht siegen kannst", erklärte Vowles. "Die Formel 1 ist einzigartig in der Sportwelt. Natürlich sind die Piloten Einzelkämpfer, und die erste Aufgabe eines Fahrers besteht immer darin, seinen Stallkollegen zu schlagen. Wenn du das nicht schaffst, hast du ein Problem", so Vowles weiter. 

Allerdings sei in der Formel 1 der "Schlüssel zum Erfolg, das Beste aus den Fachkräften zu holen, damit jeder seinen Beitrag leisten kann. Lewis hat es verstanden, Teamplayer zu sein und die Mannschaft um sich zu scharen, ganz besonders an diesen Wochenenden, wenn er nicht siegen konnte. Das ist wichtiger, als mit der Brechstange auf die Jagd nach Siegen zu gehen", meinte der ehemalige Mercedes-Mann. 

{title && {title} } red, {title && {title} } 27.01.2024, 19:56