Ein 13-jähriger Bursche aus Zell am See (Salzburg) wurde am Montag von einem sechs Jahre älteren "Freund" attackiert. Der 19-Jährige versetzte seinem Kontrahenten einen Stromstoß, Tatwaffe war ein als Taschenlampe getarnter Elektroschocker.
Facebook als Motiv
Das Motiv war Rache. Der 19-Jährige hatte geglaubt, der 13-Jährige hätte ihn auf Facebook beleidigt und wollte sich rächen. Doch das stellte sich als falsch heraus, wie die "Salzburger Nachrichten" am Freitag berichteten.
Doppel-Schock
Der rachsüchtige Angreifer bedrängte sein Opfer nach der Attacke noch weiter. Er wollte ihn ebenfalls zum Täter machen. Der 13-Jährige sollte einem Mädchen (19), das dem Elektroschocker-Besitzer 40 Euro für Marihuana-Ankauf schuldete, seinerseits einen Stromschoß versetzen.
Das ließ der 13-Jährige aber nicht mit sich machen und machte sich mit dem Mädchen auf und davon. Seine Begegnung mit dem Elektroschocker hatte jedoch Folgen.
Brandwunde, Herzprobleme
Der 13-Jährige bemerkte eine Brandwunde am Oberschenkel, bis zum Mittwoch entwickelten sich dort und am Rücken starke Schmerzen, auch Herzrhythmusstörungen traten auf. Die Rettung musste den Burschen schließlich ins Spital in Zell am See bringen, wo er versorgt wurde.
Eine stationäre Behandlung war nicht notwendig, die Polizei heftete sich jedoch auf die Fersen des 19-jährigen Verdächtigen. Gegen diesen besteht ein aufrechtes Waffenverbot. Die Polizeibeamten fanden bei ihm außerdem 30 Gramm Cannabiskraut.
Rache angekündigt
Bei seiner Einvernahme auf der Polizeistation zeigte er zunächst keine Reue, eher das Gegenteil. Vor den Gesetzeshütern drohte er damit, sich an seinem Opfer erneut rächen zu wollen, sobald er wieder frei ist. Die Staatsanwältin wies ihn in die Justizanstalt Puch ein.
Der 19-Jährige ist arbeits- und obdachlos. In seiner Anzeige werden ihm schwere Körperverletzung und Übertretungen nach dem Waffengesetz und nach dem Suchtmittelgesetz vorgeworfen. (red)