Aufregung um braune Brühe

Fäkalien in Donau gelassen? "Gebrechen in Kläranlage"

Ein Kreuzfahrtschiff auf der Donau sorgte in den vergangenen Tagen für Aufregung. Aufnahmen zeigten eine braune Brühe, die einfach abgelassen wurde.

Oberösterreich Heute
Fäkalien in Donau gelassen? "Gebrechen in Kläranlage"
An der Donau in Linz wurde von einem Schiff eine bisher unbekannte Flüssigkeit ins Wasser gekippt.
Linza.at

Ein Video und mehrere Fotos sorgten seit Freitag für Verunsicherung und Empörung. Zu sehen ist da ein Kreuzfahrtschiff, das laut Bericht der Plattform "Linza.at" direkt bei der Anlegestelle beim Lentos in Linz seelenruhig eine ekelhaft aussehende, braune Flüssigkeit in die Donau ablässt. Die Behörden bestätigten am Wochenende, dass bereits eine Anzeige vorliegt.

Das Video wurde auf Youtube mittlerweile auf "privat" umgestellt, ist nicht mehr öffentlich zugänglich. Zunächst war unklar, um welche Flüssigkeit es sich handelt. Schiffe sollen laut "Linza.at" immer wieder ihre Tanks direkt in die Donau entleeren, weil das schneller gehe als Abpumpen und vor allem günstiger sei.

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    An der Donau in Linz wurde von einem Schiff eine bisher unbekannte Flüssigkeit ins Wasser gekippt.
    An der Donau in Linz wurde von einem Schiff eine bisher unbekannte Flüssigkeit ins Wasser gekippt.
    Linza.at

    Aus dem Umweltministerium hieß es am Sonntag gegenüber "Heute": "Die Schifffahrtsaufsicht Linz hat zu dem gemeldeten Vorfall bereits Ermittlungen aufgenommen. Derzeit liegen noch keine abschließenden Ergebnisse vor".

    Und weiter: "Selbstverständlich wäre eine Einleitung von Fäkalien von einem Schiff in Donaugewässer verboten, aber wir können derzeit noch nicht bestätigen, dass es sich hierbei um eine solche Einleitung handelt."

    Am späten Montagnachmittag gab es erste Informationen aus dem Umweltministerium. Demnach wurde am Montag das Schiff überprüft und die Crew befragt.

    "Dabei wurde ein technisches Gebrechen in der Kläranlage des Schiffs als Ursache für die Ausleitung festgestellt. Der Betreiber hat angegeben, nun technische Maßnahmen umzusetzen, um ähnliche Vorfälle künftig zu vermeiden", hieß es in der Stellungnahme.

    Nachdem der Austritt nicht unverzüglich der Behörde gemeldet wurde, bereitet die Schifffahrtsaufsicht laut Ministerium nun eine Anzeige aufgrund einer Verletzung der Meldeverpflichtung vor.

    "Betreffend die mögliche Umweltverschmutzung entscheidet die Staatsanwaltschaft nach Einlangen einer Sachverhaltsdarstellung über weitere Schritte", hieß es weiter.

    Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne) hatte angekündigt, den Fall genau untersuchen zu lassen. "Wir nehmen diesen Fall sehr ernst. Die Zeiten, in denen die Umwelt folgenlos verschmutzt wird, sind endgültig vorbei. Egal durch welches Vorgehen und durch welche Substanzen und Mittel dies geschieht. Dies gilt natürlich auch für Fäkalien. Selbstverständlich werden wir dieser Causa genauest nachgehen."

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      HEUTE/Helmut Graf

      Auf den Punkt gebracht

      • Ein Kreuzfahrtschiff sorgte für Aufregung, als es eine braune Brühe in die Donau abließ
      • Aufnahmen und Fotos lösten Verunsicherung und Empörung aus, und die Behörden bestätigten, dass bereits eine Anzeige vorliegt
      • Das Umweltministerium hat Ermittlungen aufgenommen, um festzustellen, ob es sich um eine unerlaubte Einleitung von Fäkalien handelt
      red
      Akt.