Formel 1

Fahrer-Karussell: Das sind die Red-Bull-Kandidaten

Fünf Cockpits sind in der Formel 1 zu haben. Dabei hängt vieles von der Zukunft von Pierre Gasly ab. Wie Red Bull mit dem Alpha-Tauri-Cockpit plant.
Heute Redaktion
06.09.2022, 13:49
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Mit der Zukunftsentscheidung von Oscar Piastri hat sich ein Knoten im Fahrer-Karussell gelöst. Der Austraier, den Alpine als Nachfolger von Fernando Alonso ins Cockpit setzen wollte, unterschrieb bei McLaren, wird dort zum Nachfolger von Daniel Ricciardo, den der Rennstall vor die Tür setzte.

Alpine möchte nun zum rein französischen Rennstall werden, neben Esteban Ocon auch Pierre Gasly aus dem Red-Bull-Kosmos loseisen. Helmut Marko erklärte in Zandvoort, den Franzosen freigeben zu wollen, "wenn unsere Bedingungen erfüllt werden".

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Wunsch-Fahrer hat keine Lizenz

Damit müssten sich die Bullen nach einem zweiten Fahrer für das Schwesternteam Alpha Tauri umsehen. Dabei soll es übereinstimmenden Medienberichten zufolge einen klaren Favoriten geben: Colton Herta. Der 22-Jährige ist aktuell noch in der IndyCar-Serie aktiv, würde als US-Amerikaner jedoch perfekt zum "Königsklassen"-Boom in den Staaten passen. In der kommenden Saison werden bereits drei Rennen in den USA ausgetragen.

Das einzige Problem: Hertha verfügt nicht über die nötige Superlizenz. Der 22-Jährige kommt aktuell auf 32 Punkte, könnte im Idealfall maximal 38 erreichen, doch für die Erlaubnis, in der Formel 1 an den Start zu gehen, braucht es eigentlich 40 Punkte. Möglich wäre jedoch eine Ausnahmegenehmigung, die einem Piloten auch mit zumindest 30 Punkten einen Start in der Formel 1 ermöglicht. Dafür sei jedoch unter anderem "höhere Gewalt" eine Voraussetzung. Und genau darauf scheint sich Red Bull nun mit Blick auf die Corona-Pandemie zu berufen.

Konkurrenten dagegen

Denn Bullen-Teamchef Christian Horner ließ zuletzt deutlich durchblicken, dass er Herta gerne in die Formel 1 holen würde. "Er ist ein junger Amerikaner, der ein herausragendes Talent ist. Es würde interessant sein zu sehen, wie er sich in der Formel 1 schlägt", so der Brite.

Mit Frederic Vasseur von Alfa Romeo und Günther Steiner von Haas haben sich zuletzt jedoch zwei Teamchefs klar gegen eine Ausnahmegenehmigung für Herta gestellt. Sie sehen demnach keinen Grund, über höhere Gewalt zu sprechen. Der Meinung soll Medienberichten zufolge auch Formel-1-Boss Stefano Domenicali sein.

Gasly muss warten

An der Herta-Entscheidung hängt allerdings auch die Gasly-Zukunft, wie Horner andeutete. "Pierre Gasly macht einen guten Job bei Alpha Tauri, ich glaube nicht, dass es den Wunsch zu Wechseln gibt, wenn es keine interessante Optionen gibt", so Horner. Der Brite untermauerte auch, die Herta-Entscheidung spiele "eine Schlüsselrolle im Fahrermarkt."

Die Red-Bull-Alternativen

Mit Herta würde Red Bull zwar ein großer Wurf gelingen, allerdings wäre dann bei der zweiten Cockpit-Besetzung in Folge nicht ein Red-Bull-Rookie zum Zug gekommen. Auch Sergio Perez wurde von außerhalb des Bullen-Kosmos ins Team geholt. Für das Cockpit infrage käme wohl nur Liam Lawson, der auf Rang fünf der Formel-2-Meisterschaft liegt. Der aktuell Führende Felipe Drugovich aus Brasilien wurde in Zandvoort bereits im Red-Bull-Motorhome gesichtet, soll sich mit Helmut Marko getroffen haben. Genauso wie Enzo Fittipaldi, der ebenfalls in der Formel 2 aktiv ist. Beide sind aber ebenfalls keine Red-Bull-Junioren.

Ein Name wurde bereits klar ausgeschlossen: Mick Schumacher. Marko verkündete, sich nie mit dem Deutschen beschäftigt zu haben, weil er ein Ferrari-Nachwuchsfahrer war. Ebenso unrealistisch scheint ein Comeback von Daniel Ricciardo bei den Bullen. Der Australier könnte als Schumacher-Nachfolger bei Haas unterkommen, oder ein Jahr Pause machen. Offiziell noch nicht bestätigt sind Yuki Tsunoda als zweiter Alpha-Tauri-Pilot und Zhou Guanyu bei Alfa Romeo. Die Zeit von Nicholas Latifi bei Williams dürfte jedenfalls abgelaufen sein. Als Ersatz sind Nachwuchsfahrer Logan Sargeant und Mercedes-Ersatzfahrer Nyck de Vries im Rennen.

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