Österreich

Fälle von West-Nil-Fieber an der Grenze zu NÖ

Heute Redaktion
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Wissenschafter hatten das Virus im Juni bei Gelsen der Art Culex modestus im Südosten Tschechiens nachgewiesen und vor dem Ansteckungsrisiko gewarnt.
Wissenschafter hatten das Virus im Juni bei Gelsen der Art Culex modestus im Südosten Tschechiens nachgewiesen und vor dem Ansteckungsrisiko gewarnt.
Bild: Wikipedia (Symbol)

In Tschechien sind erstmals seit Jahren Fälle des potenziell gefährlichen West-Nil-Fiebers nachgewiesen worden, die nicht bei Reisen eingeschleppt wurden.

Die Viruserkrankung wurde bei einem rund 50 Jahre alten Mann festgestellt, teilte das Krankenhaus in Breclav an der Grenze zu Niederösterreich mit. In Österreich wurden heuer bisher 24 Infektionen bestätigt.

Sechs dieser 24 Fälle wurden bei der Blutspendetestung entdeckt und zwölf entwickelten eine klinische Symptomatik. Bei den Fällen mit klinischer Symptomatik entwickelten zwei eine WNV-Enzephalitis und zehn West-Nil-Fieber.

16 Fälle wurden im Raum Wien bzw. Niederösterreich "erworben", bei zweien ist der Infektionsort nicht bekannt. Sechs Fälle wurden aus Italien, Serbien, Ungarn und Kroatien "importiert".

Zustand des Patienten in Tschechien stabil

Der Zustand des Patienten in Tschechien, der vor seiner Erkrankung nicht im Ausland gewesen war, sei stabil, berichtete das Spital. Bereits im August sei dort eine 72 Jahre Frau gestorben, die sich mit dem Virus infiziert hatte. Sie litt auch an weiteren Erkrankungen. Zu nachgewiesenen Infektionen bei Menschen war es in Tschechien zuletzt im Jahr 1997 nach einer längeren Hochwasserperiode gekommen. In Südosteuropa gibt es in diesem Jahr eine besonders heftige Infektionswelle mit bereits mehr als 120 erfassten Toten vor allem in Italien, Rumänien, Serbien und Griechenland.

Nur 20 Prozent der West-Nil-Virus-Infektionen verlaufen mit Krankheitszeichen. Die Symptome zeigen sich meist binnen drei und 14 Tagen nach dem Stich einer infizierten Gelse. Die Krankheit äußert sich meist unter dem Bild eines grippalen Infektes. Weniger als ein Prozent der West-Nil-Virus-Infektionen verlaufen mit Hirnhautentzündung, Hirnentzündung oder Lähmungen, betonte das Gesundheitsministerium. Diese schweren Verläufe können auch zu bleibenden Schäden und zum Tod führen. Fälle sind auf EU-Ebene meldepflichtig.

Experten raten zu Gelsenschutz

Das Virus kann auch durch Bluttransfusionen übertragen werden, deshalb empfiehlt das European Center for Disease Control (ECDC) eine Rückstellung von Blutspendern, die aus West-Nil-Virus-Gebieten kommen oder diese besucht haben, für 28 Tage. Alternativ dazu müssen die Blutspenden auf das Virus getestet werden. In Wien, Niederösterreich und dem Burgenland wird von den Blutspende-Einrichtungen während der WNV-Saison (1. Juni bis 31. Oktober) ein Screening durchgeführt.

Wissenschafter hatten das Virus im Juni bei Gelsen der Art Culex modestus im Südosten Tschechiens nachgewiesen und vor dem Ansteckungsrisiko gewarnt. Die Insekten bevölkern vor allem die ausgedehnten Fischteiche in Südmähren. Die Region ist ein beliebtes Ziel ausländischer Fahrrad- und Wandertouristen. Experten raten zu konsequentem Gelsenschutz. (wes)