Fünf Tore, ein Fallrückzieher und mit Romelu Lukaku ein tragischer Held! Das Europa-League-Finale in Köln war ein absoluter Fußball-Leckerbissen - mit dem besseren Ende für Sevilla!
So muss ein Europacup-Finale starten! Offenes Visier, hohes Tempo auf beiden Seiten und natürlich Tore! Schon nach fünf Minuten eröffnete Inter-Sturmtank Romelu Lukaku mit einem historischen Elfer - er zog mit Klub-Ikone Ronaldo gleich! Zuvor wurde er selbst von Diego Carlos gelegt, der schon gegen Manchester United und Wolverhampton jeweils einen Elfer verursacht hatte.
Das frühe 1:0 störte die Spanier aber nicht, die Andalusier forcierten ihr brandgefährliches Flügelspiel. Kapitän Jesus Navas fand Luuk de Jong in der Mitte, der Holländer köpfte den verdienten Ausgleich (12.).
Nach den frühen Treffern änderte sich der Charakter des Spiels, Sevilla brachte das Inter-Sturmduo Lukaku und Lautaro Martinez besser in den Griff, hatte das Geschehen unter Kontrolle. In der 33. Minute gab's etwas zum Zungeschnalzen in Köln! Ever Banega zirkelte einen Freistoß zur Mitte, de Jong drehte mit perfekter Technik seinen Kopfball zum 2:1 ins Netz. Keine Chance für Goalie Samir Handanovic, Spiel gedreht!
"Das können wir auch", dachte sich dann Inter! Drei Minuten später schlentzte Marcelo Brozovic das Leder per Freistoß in den Strafraum, Abwehrkante Diego Godin hielt die Birne hin - 2:2! Auch der Uru sorgt für einen Rekord: Er ist der erste Spieler überhaupt der in einem Champions- und Europa-League-Finale getroffen hat.
Durchatmen, Halbzeit, was für ein Spiel! Der Pausentee dürfte bei beiden Mannschaften gut geschmeckt haben, denn der zweite Durchgang startete etwas schleppender. Mehr und mehr wurde beiden Seiten auch bewusst, dass der nächste Fehler entscheidend sein könnte.
In der 65. Minute wäre es fast soweit gewesen, Lukaku weckte ganz Spanien auf, scheiterte aber im 1-gegen-1 an Sevilla-Keeper Yassine Bounou, solche Dinger hat der Belgier in der Serie A am Laufband gemacht.
Zehn Minuten später wurde es ganz bitter für die Nerazzuri! Elfer-Sünder Diego Carlos machte seinen Patzer aus der Anfangsphase wieder gut - und wie! Der Verteidiger versenkte per Fallrückzieher zur 3:2-Führung, Lukaku fälschte die Kugel noch unhaltbarer ins Netz ab - die tragische Figur in diesem Finale.
Inter-Coach Antonio Conte setzte alles auf eine Karte, warf alles nach vorne. Mit Alexis Sanchez hatte gleich einer der Einwechselstars eine Riesenchance, aber sein Ball wurde gerade noch von der Linie gekratzt.
Alle Bemühungen der Italiener konnten den Spaniern - auch trotz sechsminütiger Nachspielzeit - ihren sechsten Europa-League-Titel aber nicht mehr streitig machen. Inter ist geschlagen, der Champion heißt Sevilla!