Welt

Falscher Impfarzt in Deutschland impft 306 Personen

Ein deutscher Theologe gab sich als Impfarzt aus und verabreichte über 300 Personen den Stich. Für seine Tätigkeit forderte er 21.000 Euro. 
Tobias Kurakin
11.02.2022, 07:40

Die Impfquote zu erhöhen, ist seit gut einem Jahr das Ziel der Politik. Nicht nur in Österreich, sondern auch in Deutschland sind noch zu wenige Bürgerinnen und Bürger gegen das Coronavirus immunisiert. Das dachte sich offenbar auch ein Theologe aus Bayern, der ohne Ausbildung mehr als 300 Personen die Spritze verabreichte. 

Studierter Theologe als angeblicher Arzt

Vom 3. Februar bis zum 23. März 2021 soll sich der Mann im Impfzentrum Rosenheim als Arzt ausgegeben haben. Das selbe Spiel zog er am 16. März 2021 im Impfzentrum Karlsfeld durch. Ohne Approbation als Arzt und Medizinstudium war es das Ziel des studierten Theologen zu impfen. 

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Mit einer gefälschten Approbationsurkunde bekam der Mann tatsächlich die Möglichkeit impfwillige Personen auf den Impfstraßen die Spritze zu verabreichen. Das gab der 50-Jährige auch vor Gericht zu. Wie viele Menschen genau von ihm den Stich bekommen haben, kann er nicht mehr rekonstruieren. In den meisten Fällen hätte ohnehin das medizinische Personal die Impfungen vorgenommen. Über seine Anwälte ließ er ausrichten, dass ihm klar ist, dass er etwas getan hat, was nicht in Ordnung war – das sei dem Täter während seiner Zeit in U-Haft bewusst geworden. 

Glück hatten jedenfalls alle Personen, die vom Deutschen die Impfung erhalten haben. Denn gesundheitliche Komplikationen seien aber nicht gemeldet worden. Impfen ist, obwohl es für medizinisches Personal zur Routine gehört, eine sensible Angelegenheit. Falsche Handhabe beim Spritzen kann dazu führen, dass die Patientinnen und Patienten stärkere Impfreaktionen bei der Einstichstelle bekommen. 

Auf den falschen Arzt aus Deutschland wartet nun ein Gerichtsprozess. Insgesamt habe er versucht, für seine Arbeit 21.000 Euro zu verlangen, von denen ihm auch schon 1.100 Euro ausbezahlt wurden, danach wurde der Skandal aufgedeckt. In der ersten Verhandlungsrunde argumentierte der Betrüger, dass er mit dem Geld seinen Lebensunterhalt sichern wollte. Zudem war er der Meinung, dass er etwas Gutes für die Allgemeinheit tut, indem er die Impfkampagne voranbringt.