Vergangen Donnerstag hat die Linzer Polizei einen vermeintlichen 20-jährigen Betrüger festgenommen, der sich als Kriminalbeamter ausgegeben hat.
Der Osteuropäer dürfte Teil einer Bande sein, die sich vor allem vor betagten Personen als Kriminalbeamte ausgaben und versuchten, diese davon zu überzeugen, ihnen ihr Bargeld und Wertgegenstände auszuhändigen.
Sie hatten allerdings nicht mit einer aufmerksamen Pensionistin gerechnet, die die Polizei informierte. Bei der vom Täter erhofften Übergabe von Gold durch die Frau klickten stattdessen die Handschellen.
Das Opfer habe am Mittwoch kurz vor Mitternacht einen Anruf erhalten. Der Anrufer gab sich als Kriminalbeamter aus und teilte der Frau mit, dass es in der Nähe einen Einbruch gegeben habe und eine Band festgenommen worden sei. Das bestätigte Gerald Sakoparnig, Leiter der Abteilung Betrug beim LKA OÖ, gegenüber "Heute".
Am Telefon sagte der Mann der 80-Jährigen dann, man habe einen Zettel mit ihrem Namen gefunden und es sei davon auszugehen, dass demnächst bei ihr eingebrochen wird. Die Täter hätten der Frau dann vorgeschlagen, ihre Vermögenswerte für sie zum vorübergehenden Schutz zu verwahren.
Die Frau witterte sofort, dass da etwas nicht stimmt. Sie ging aber auf den Vorschlag ein, nur um danach die Polizei zu rufen. Für den nächsten Tag vereinbarte sie mit den Tätern ein Treffen, um das Geld zu übergeben.
Der vermeintliche Kriminalbeamte sagte, er schicke einen Kollegen. Bei der Übergabe mit einem vorher vereinbarten Codewort wurde der Mann dann festgenommen. Laut Sakoparnig lebt der verdächtige 20-Jährige seit Jahren ohne legalen Aufenthaltstitel in Österreich und spricht gut deutsch.
Die Polizei weiß aber, nur einen "kleinen Fisch" gefasst zu haben. Der Abholer sei grundsätzlich unterste Ebene, aber es gebe genug, die auf diese Art und Weise schnell Geld verdienen wollen, so Sakoparnig. In den kommenden Wochen will die echte Kriminalpolizei den Hintermännern aber etwa durch die Auswertung der Handy-Kontakte des Verdächtigen näher kommen.