"Er darf jetzt nicht einmal mehr alleine mit dem Bus fahren. Nur in Begleitung seiner Mutter, die sich mit den letzten Kräften um ihn kümmert. Seit dem Pflichtverhör vor einem Monat hat sich sein Gesundheitszustand massiv verschlechtert", zeichnet Anwalt Martin Robier ein desolates Bild von dem Gesundheitszustand seines Mandanten…
Festgenommen wurde der mehrfach vorbestrafte Russe (23) laut "Kleiner Zeitung", weil er sich als falscher Polizist ausgab. Mit Hilfe von Komplizen fand er seine Opfer, lockte einer gutgläubigen Grazerin Golddukaten im Wert von 10.000 Euro heraus. Doch nun ist unklar, ob der Angeklagte überhaupt verhandlungsfähig ist.
Denn als der Russe bereits in Haft saß, brach er plötzlich in seiner Zelle zusammen. Zunächst wurde eine Überdosis vermutet, dann stellte sich bei genauerer Untersuchung heraus: Der Mann hatte eine Hirnblutung erlitten.
Mit schweren Folgen für seine Gesundheit: Am Grazer Straflandesgericht konnte sich der Mann zuletzt weder an seine Schulbildung, noch seinen letzten Wohnort erinnern. Auch den ihm vorgeworfenen Tatbestand – Betrug – konnte der 23-Jährige augenscheinlich nicht begreifen.
Zu den Vorwürfen kann sich der Angeklagte nicht äußern. "Den Betrugsversuch hat er zugegeben, auch zum zweiten Punkt wird er geständig sein. Aber er weiß nicht, warum er überhaupt hier ist. Ich bezweifle, dass er verhandlungsfähig ist", meint der Anwalt. Einzige Möglichkeit: Vertagung, ein Gutachten muss angefordert werden.