Bereits im Dezember des Vorjahres nahmen steirische Polizisten in Graz einen 21-jährigen Deutschen fest. Der Mann versuchte in seiner Funktion als „Abholer“ zwei Grazerinnen (72, 73) durch die bekannte Täuschungshandlung „Falscher Polizist“ um eine hohe Geldsumme zu betrügen. Die Staatsanwaltschaft Graz ordnete fortführende Ermittlungsmaßnahmen an. Daraus gewonnene Erkenntnisse führte steirische Kriminalisten nach München. In enger Zusammenarbeit zwischen den Staatsanwaltschaften Graz und München, sowie des Landeskriminalamts Steiermark und dem Polizeipräsidium München folgten kriminalpolizeiliche Maßnahmen.
Mehr lesen: Mann (81) kündigt ein Blutbad am Telefon an
Im Jänner 2023 klickten für einen 24-jährigen Mittäter in München die Handschellen. Dieser anfangs nicht geständige Verdächtige, legte aufgrund der ihm vorgehaltenen Beweise mittlerweile ein umfassendes Geständnis ab. Laut seinen Angaben reisten er und weitere Mittäter im Dezember 2022 nach Graz, um in der steirischen Landeshauptstadt als sogenannte „Abholer“ die Beute von Trickbetrugsstraftaten abzuholen. Diese „Dienste“ erfolgten stets im Auftrag von Hintermännern.
Deutsche Behörden stellten bei den Hausdurchsuchungen in München wichtiges Beweismaterial für die StA Graz sicher. Dabei wurden sie auch vom LKA Steiermark unterstützt. Zudem konnte Kokain und Marihuana in nicht geringer Menge sowie Stichwaffen sichergestellt werden. Bei den beiden Festgenommenen handelt es sich in der Hierarchie um einen „Abholer“ (26) und einen „Logistiker“ (26).
„Kriminelle, die sich als Polizisten ausgeben und so ältere Mitbürger um tausende Euro betrügen, handeln besonders gewissenlos. Solche Umtriebe bekämpfen unsere echten Polizisten mit aller Konsequenz. Hartnäckige Ermittlungen der steirischen Polizei in enger Zusammenarbeit mit ihren deutschen Kollegen haben nun zu einem erfolgreichen Schlag gegen diese Trickbetrüger geführt. Ich danke allen Beteiligten für Ihre Arbeit und gratuliere zu diesem Erfolg!“, so der Innenminister.
Das sichergestellte Beweismaterial wird nun ausgewertet. Die daraus gewonnenen neuen kriminalpolizeilichen Erkenntnisse fließen in die fortführenden Ermittlungen des LKA Steiermark ein.