Familie machte Millionen-Umsätze, kassierte AMS-Geld

Die Familie bereicherte sich um knapp 100.000 Euro. 
Die Familie bereicherte sich um knapp 100.000 Euro. picturedesk.com
Eine Familien-Bande machte seit 2017 mit Metall rund 2,7 Millionen Euro Umsatz. Dabei kassierten sie auch noch knapp 100.000 Euro an Sozialleistungen.

Wie erst jetzt bekannt wurde, überführten Beamte der Polizeiinspektion Marchegg in Niederösterreich vor einigen Wochen drei Täter des schweren Sozialleistungsbetrugs. Ein Vater und seine zwei Söhne waren in den letzten Jahren im Metallhandel tätig. Dabei erhöhten sie bei ihren Verkäufen das Gewicht von handelsüblichen Transportkisten, in dem sie sie mit Beton füllten.

So wogen die Kisten satte 113 Kilogramm statt den üblichen 28. Natürlich wurde das Mehrgewicht bei ihren Lieferungen nicht abgezogen und deshalb als geliefertes Material verrechnet. Insgesamt kassierten die Täter 36.000 Euro für etwa eineinhalb Tonnen Kupfer, das es de facto niemals gab. 

Rechnungen auf Mittelsmänner ausgestellt

Die ausgestellten Rechnungen liefen alle über sieben slowakische Staatsbürger um die Spuren zu verwischen. Das Geld landete letztendlich in den Taschen der Familie aus Gänserndorf. Den Tätern konnte so von 2017 bis 2020 beim Handel von Buntmetall ein Umsatz von knapp 2,7 Millionen Euro mit einem 539.974 Euro hohen Gewinn nachgewiesen werden. Doch diese Einkünfte wurden weder dem AMS, noch der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf gemeldet.

Innenminister Karl Nehammer: "Müssen österreichisches Sozialsystem schützen."
Innenminister Karl Nehammer: "Müssen österreichisches Sozialsystem schützen."picturedesk.com

"Es ist wichtig, das österreichische Sozialsystem als wichtigen Eckpfeiler unserer Gesellschaft zu schützen und aufrechtzuerhalten", sagte Innenminister Karl Nehammer. "Deshalb gratuliere ich allen beteiligten Polizistinnen und Polizisten zu dieser herausragenden Ermittlungsarbeit."

Fast 100.000 Euro an Sozialleistungen kassiert

Ein Täter erhielt nebenbei vom AMS Gänserndorf 38.338 Euro Notstandshilfe und gemeinsam mit seiner Gattin auch noch 36.629 Euro Mindestsicherung von der BH Gänserndorf. Ein weiterer Täter kassierte ebenfalls unrechtmäßig AMS-Geld in der Höhe von 22.283 Euro. 

Der Drahtzieher der gesamten Betrugsaktion war der Vater der Familie. Er zeigte sich vor Gericht geständig und fasst letzte Woche eine 18 Monate lange bedingte Haftstrafe aus – 6 Monate davon muss er hinter Gitter. Die beiden Söhne wiederum bekamen am Landesgericht Korneuburg 10 Monate bedingte Haft aufgebrummt.

Bei der Firma handelt es sich nicht um den renommierten Schrotthandel REDO in Engelhartsstetten.

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