Familie mit krankem Kind über Nacht abgeschoben

Zwölf Polizisten schoben am Mittwoch um 22 Uhr eine fünfköpfige Familie in Melk ab. Die Tschetschenen galten als gut integriert, ein Kind (9) ist schwer krank.
Ärger und Bestürzung bei Teilen der Bevölkerung und Flüchtlingshelfern nach einer Polizeiaktion in Melk. Kurz vor 22 Uhr stürmten zwölf Polizisten die Wohnung in der Wachauer Straße in Melk, nahmen Vater, Mutter, Kind (9) und Zwillinge (6) mit. "Die wurden mitten aus dem Leben gerissen, in der Wohnung blieben Spielzeug und Schulsachen zurück", so ein Zeuge.

Der neunjährige Bub der Tschetschenen-Familie ist schwer krank, ist inkontinent. "In Österreich wäre er wunderbar zu behandeln gewesen, in Tschetschenien könnte er sterben", ist ein Helfer um die Hygienestandards und die Infektionsanfälligkeit des Buben besorgt. Die Familie war zwei Jahre in Österreich, galt als sehr gut integriert, der Vater sprach fließend Deutsch, half auch auf der Gemeinde gerne aus.

"Wir sind entsetzt, traurig und bestürzt - viele in der Gemeinde schätzten diese Familie", sagt eine Flüchtlingshelferin.

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