Oberösterreich

Familien in Corona-Not: 43 Prozent mehr Beratungen

Die Corona-Pandemie war auch für Familien eine echte Herausforderung, das zeigen auch aktuelle Zahlen der Linzer Familien-Beratungsstellen.
12.08.2020, 15:39

Seit Mitte März beschäftigt uns die Corona-Pandemie. Und nun, nach knapp fünf Monaten, zeigen sich immer mehr Auswirkungen dieser ungewöhnlichen und für viele belastenden Zeit.

Vor allem in den Familie waren die Zeitem des Lockdowns mit Home-Schooling, Kurzarbeit und Home-Office besonders belastend. Das zeigen auch aktuelle Zahlen der Beratungsstellen der Stadt Linz. Im Juni die Vorjahres gab es 192 telefonische und persönliche Beratungen bei Problemen in der Familie. Im heurigen Juni waren es hingegen 275. Das sind um 43 Prozent mehr.

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Dabei sind die Probleme vielfältig.

Bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die bereits zuvor unter Ängsten litten und bereits einen guten Behandlungsfortschritt aufwiesen, zeigen sich nun wieder verstärkt Angstzustände. So wandte sich beispielsweise eine verzweifelte Mutter an die PsychologInnen des Instituts für Familien- und Jugendberatung, da ihr neunjähriger Sohn unter massiven Trennungsängsten litt und keinen Schritt von ihrer Seite wich.

Beengte Wohnverhältnisse und das Fehlen von Computer stellten vor allem ökonomisch benachteiligte Familien (oft mit Migrationshintergrund) beim Thema Homeschooling vor massive Probleme. Durch den Wegfall des Schulbesuches reduzierten sich zudem für zahlreiche Kinder und Jugendliche die Kontakte zu ihren Freunden und anderen Gleichaltrigen massiv. Viele Kinder mussten lange alleine daheim bleiben, weil ihre Eltern arbeiten mussten.

Smartphone, Computer, Spielkonsole und Fernseher – in vielen Familien stieg der Medienkonsum in den vergangenen Wochen enorm an und sorgte für Konflikte. Denn durch den fehlenden körperlichen Ausgleich zeigte sich oft aggressives Verhalten, da der Stress, den virtuelle Spiele verursachen können, nicht abgebaut werden konnte.

Das Thema Gewalt in der Familie rückte in der Corona-Krise auch wieder in den Fokus. So hatten die ausgebildeten Gewaltberater und -beraterinnen im Familienzentrum Pichling (das die Stadt vor nicht allzulanger Zeit schließen wollte) besonders viel zu tun. In Einzelsitzungen oder Paargesprächen (Täter und Opfer) wurden und werden Strategien erarbeitet, in Stresssituationen nicht mit Gewalt zu reagieren.

"Wir versuchen, mit unserem Beratungsangebot im Institut für Familien- und Jugendberatung, im Familienzentrum Pichling und im Eltern-Kindzentrum Ebelsberg, die Linzer Familien so gut wie möglich zu unterstützen. Die Rückmeldungen zeigen uns, dass das Angebot gut angenommen wird und die passgenaue und fachlich kompetente Unterstützung geschätzt wird",  zeigt sich die zuständige Stadträtin Eva Schobesberger (Grüne) von der Wichtigkeit des Angebots überzeugt.

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