Wien

Familienbegleiter helfen Eltern ab Herbst in ganz Wien

Eltern wird nun nach der Geburt eines Kindes verstärkt geholfen. 50 Familienbegleiterinnen sind ab Herbst in ganz Wien im Einsatz. 
Thomas Peterthalner
28.08.2023, 11:04
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Schwangerschaft und Kleinkinder erfordern viel Aufmerksamkeit und Energie. Doch nicht alle Menschen kommen mit der verantwortungsvollen Aufgabe gleich gut zurecht. Die Stadt Wien bietet nun Unterstützung an. Die "Frühen Hilfen Wien" sind ein Präventionsangebot, das Kindern durch frühzeitige Unterstützung in der Familie einen guten Start ins Leben ermöglichen soll. Ab der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes können belastete und situativ überforderte Schwangere und Familien auf Unterstützung durch rund 50 ausgebildeten Familienbegleiterinnen bauen. Die Aktion "Frühe Hilfen Wien" startet jetzt im Herbst 2023 in den Vollbetrieb.

Frühzeitige Entlastung für Eltern

Die Familienbegleitung soll laut Stadt präventiv und nachhaltig wirken. Eltern werden frühzeitig entlastet, Kompetenzen gestärkt und Hilfe organisiert: Bei Unsicherheit oder Überforderung im Umgang mit dem Kind genauso wie bei sozialen Belastungen. Das können beispielsweise finanziellen Notlagen oder sozialer Isolation, psychische Problemen der Eltern oder im Falle besonderer Herausforderungen beim Kind sein, wie Frühgeburtlichkeit oder Entwicklungsauffälligkeiten.

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"Menschen erreichen, die Unterstützung brauchen" 

"In Wien konnte für die Umsetzung der 'Frühen Hilfen' eine sehr gut funktionierende Kooperation der Stadt Wien mit der Österreichischen Gesundheitskasse und den umsetzenden Organisationen – nämlich die möwe Kinderschutz, der Volkshilfe Wien und der Diakonie – aufgebaut werden. Diese breite Zusammenarbeit garantiert, dass wir mit diesem bedarfsorientierten Angebot wirklich genau jene Menschen erreichen, die unsere Unterstützung brauchen", so Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SP).

Kontakt ist einfach

Familien können sich zentral an die "Frühe Hilfen Wien" telefonisch oder per E-Mail wenden. Eine Zuweisung – etwa durch Kinderärzte – ist mit Einverständnis der Eltern möglich. Familienbegleiterinnen nehmen Kontakt auf, besuchen die Familien nach Vereinbarung zu Hause und bieten nach einem Erstgespräch bei Bedarf Unterstützung im Lebensumfeld der Familie an. Auch Familien ohne Bedarf an Familienbegleitung erhalten Unterstützung, indem sie kompetent und bedarfsorientiert an das "Frühe Hilfen Wien"-Netzwerk mit seinen Dienstleistungsangeboten weitervermittelt werden. Die Frühen Hilfen Wien sind telefonisch (Mo-Fr. 09.00-17.00h) unter 01/38 9 83 sowie per Mail [email protected] erreichbar. 

"Je eher konkrete und wirksame Hilfe belasteten Familien zuteil wird, desto besser. Wir wissen, dass in Zeiten der multiplen Krisen die Herausforderungen für Familien enorm gestiegen sind. Die 'Frühen Hilfen' setzen genau dort an, wo es für Familien mit Neugeborenen Überforderung und Belastungen gibt. Durch die fachmännische Unterstützung der teilnehmenden Organisationen ist eine effiziente und zielgerichtete Hilfestellung für betroffene Familien in bester Qualität sichergestellt", erklärt Vizebürgermeister und Jugendstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos)

"Mit der flächendeckenden Familienbegleitung sorgen wir dafür, dass kein Elternteil alleine gelassen wird", so Tanja Wehsely, Geschäftsführerin der Volkshilfe Wien. "In multiprofessionellen Teams wird individuell auf die Bedürfnisse der Familien eingegangen. Die Familienbegleiterinnen haben für alle stets ein offenes Ohr."

"Die Multiprofessionalität zeigt sich schon beim Erstgespräch", erklärt Alexandra Gröller, Geschäftsführerin des Diakonie Eine Welt Sozialdienstes. "Dieses wird stets von zwei Familienbegleitern mit unterschiedlichen Ausbildungen (z.B. eine Hebamme und eine Sozialarbeiterin) geführt. Dank der interkulturellen Kompetenz und der Sprachenvielfalt unserer Familienbegleiter*innen können wir niederschwellig für wirklich alle Familien in Wien da sein!"

"Ressourcen der Familie werden aktiviert, eine positive und stabile Eltern-Kind-Beziehung gefördert und ungünstige Entwicklungen sowie Folgekosten abgefedert oder verhindert", so Hedwig Wölfl, Geschäftsführerin der möwe.

In Wien gibt es die "Frühen Hilfen" schon seit 2014. Der flächendeckende Ausbau in Wien startete 2023 und wurde aus EU-Mitteln des Programms "NextGenerationEU" im Rahmen des österreichischen Aufbau- und Resilienzplans finanziert. Die Organisationen Diakonie Eine Welt Sozialdienst, die möwe und Volkshilfe Wien erhielten im Vergabeverfahren der ÖGK den Zuschlag für die Durchführung in Wien. Ab 2024 wird das Angebot durch die Stadt Wien, das Sozialministerium und die ÖGK finanziert.

Die "Frühen Hilfen Wien" nutzen Synergien der drei Organisationen. Diese bringen laut Stadt ihre langjährige Expertise in den Bereichen Kinderschutz, Kinder- und Jugendhilfe und Migration ein. Je nach Wohnort werden die Eltern von Familienbegleiterinnen einer der drei Organisationen kontaktiert: die möwe (Bezirke 12-19, 23), Volkshilfe Wien (1-11, 20) und Diakonie Eine Welt Sozialdienst (21, 22). Mehr Informationen unter www.fruehehilfen.wien