Familiendrama in NÖ: Nur ältestes Kind überlebte

In Marchegg im Marchfeld hat am Mittwoch das Einsatzkommando Cobra ein Haus gestürmt. Sie fanden die dreiköpfige Familie tot vor. Alle Opfer wiesen Verletzungen im Kopfbereich auf. Der Familienvater, ein Waffennarr, hatte die Tat begangen. Nur das älteste Kind (26) überlebte.

In Marchegg im Marchfeld hat am Mittwoch das Einsatzkommando Cobra ein Haus gestürmt. Sie fanden die dreiköpfige Familie tot vor. Alle Opfer wiesen Verletzungen im Kopfbereich auf. Der Familienvater, ein Waffennarr, hatte die Tat begangen. Nur das älteste Kind (26) überlebte.

Wie die vorläufigen Ermittlungen ergaben, hat der 47-jährige Helmut B. seine Ehefrau (48) und seine 23-jährige Tochter durch Kopfschüsse mit einer Pistole der Marke "Star" tödlich verletzt, ehe er Selbstmord beging, sagte Eduard Macho. Die älteste Tochter Bianca (26) überlebte, weil sie in einem Kurs in Wien war und deshalb nicht nach Hause kam.

Die Hintergründe der Tat sind noch völlig unklar. Eine mögliche schwere Erkrankung, wie sie von Nachbarn kolportiert wurde, konnte von NÖ Polizeisprecher Johann Baumschlager nicht bestätigt werden. Eine Obduktion der Leichen ist noch ausständig.

Arbeitgeber alarmierte Mutter und Polizei

Dass in dem neu renovierten Haus etwas nicht stimmt, hatte bereits der Besitzer einer Baufirma vermutet, als seine 48-jährige Angestellte nicht zur Arbeit erschienen war. Als er nachschauen wollte, öffnete ihm niemand, obwohl die Autos vor dem zweistöckigen Objekt standen. Die nun kontaktierte Mutter der Frau vermutete Schlimmes, da sie über psychische Probleme ihres Schwiegersohns zu berichten wusste. Da man bei der Exekutive informiert war, dass der 47-Jährige waffenrechtliche Dokumente und angeblich zwei Faustfeuerwaffen besaß, wurde das Einsatzkommando Cobra alarmiert.

"Wir wurden wegen einer vermeintlichen Geisellage hingerufen", sagte Cobra-Sprecher Detlef Polay. Als die Einsatzkräfte mit einem Verhandlungsteam zu dem Wohnhaus in Marchegg-Bahnhof kamen, konnten sie keinen Kontakt herstellen. Daraufhin verschafften sich die Beamten Zutritt und fanden die drei Toten, berichtete der Cobra-Sprecher. "Im Haus lagen drei scheinbar leblose Körper."

Alle Opfer mit KopfverletzungenDie Mutter lag in ihrem Bett im Erdgeschoß, die 23-jährige Tochter in ihrem Bett im ausgebauten Dachgeschoß, der Vater dort auf dem Boden. Die Polizei geht aufgrund der Lage der Leichen davon aus, dass der Familienvater die Tat begangen und danach Selbstmord verübt hat. Alle Opfer wiesen laut Macho Verletzungen im Kopfbereich auf.

Für die Polizei war der 47-Jährige ein unbeschriebenes Blatt. Von psychischen Problemen habe man weder bei der Exekutive noch der Bezirkshauptmannschaft Gänserndorf Kenntnis gehabt. Das letzte Lebenszeichen der Familie gab es am Dienstagabend gegen 20.00 Uhr, als der Mann mit einer 25-jährigen, in Wien lebenden Tochter telefoniert hatte.

Vater besaß legale Waffen

Der Mann hatte ein waffenrechtliches Dokument für die beiden Faustfeuerwaffen, diese also legal besessen. Der Hinweis auf eine psychische Erkrankung sei einzig von einer Auskunftsperson gekommen, sagte Baumschlager.

"Sicher gute Menschen"

Die Anrainer der Marchegger Familie zeigten sich nach der Bluttat ebenfalls entsetzt. Die Familie wohnte unauffällig in Marchegg-Bahnhof, die Nachbarn kannten die Getöteten. "Es waren sicher gute Menschen", wie ein Anrainer erzählt. Der Familienvater soll ab und zu mit anderen Nachbarn Probleme gehabt haben.

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