Nur wenige Stunden nach der bitteren Niederlage im letzten Gruppenspiel wurde auf der offiziellen Petitionsplattform des südkoreanischen Parlaments eine Unterschriftenaktion gestartet. Das Ziel: Trainer Hong Myung-bo soll mit sofortiger Wirkung seinen Posten räumen.
Der Verfasser der Petition wirft dem Trainer nicht nur das enttäuschende Abschneiden bei der Weltmeisterschaft vor. Auch seine Ernennung sei von Beginn an umstritten gewesen. "Hongs Berufung war von zahlreichen Vorwürfen und Verfahrensfehlern begleitet. Der offizielle Auswahlprozess des Verbandes wurde praktisch ignoriert", heißt es in dem Schreiben.
Besonders scharf fällt die Kritik an der WM-Leistung aus. "Obwohl viele diese Mannschaft für die stärkste in der Geschichte Südkoreas halten, beendete sie die Gruppenphase mit einem Sieg und zwei Niederlagen. Die Leistung gegen Südafrika war so leblos, dass sie als eine der schlechtesten Vorstellungen einer koreanischen Mannschaft bei einer Weltmeisterschaft angesehen werden kann."
Nun entscheidet das Parlament, ob die Petition offiziell veröffentlicht wird. Sollte dies geschehen und die Initiative innerhalb von 30 Tagen mindestens 50.000 Unterschriften sammeln, muss sich der zuständige Parlamentsausschuss mit den Forderungen befassen.
Die Petition traf in Südkorea jedenfalls sofort auf große Resonanz. Die erforderlichen 100 Unterstützer für eine erste Prüfung wurden innerhalb kürzester Zeit erreicht.
Nach Ansicht des Petitionserstellers habe die Mannschaft ihr Potenzial unter Hong nie ausschöpfen können. Neben der sofortigen Entlassung des Trainers werden deshalb auch weitreichende Reformen beim südkoreanischen Fußballverband (KFA) gefordert.
Künftig sollen Trainerbestellungen automatisch für ungültig erklärt werden, wenn sie gegen die offiziellen Auswahlverfahren verstoßen. Außerdem wird eine stärkere Kontrolle des Verbandes durch das Parlament verlangt. Informelle oder bereits im Vorfeld abgesprochene Trainerbestellungen sollen künftig verboten werden und Verstöße streng geahndet.