Farbbeutel-Attacke auf Gedenkstätte am Ulrichsberg

In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober wurde die Haupttüre der Gedenkstätte am Ulrichsberg in Kärnten aufgebrochen. Die Haupttüre war durch fünf Vorhängeschlösser gesichert. Sieben Tatverdächtige sind ausgeforscht.

Die Täter beschmierten die Innenwände der Gedenkstätte sowie die Gedenktafeln mit 10 Farbbeuteln. Spuren wurden gesichert und in weiterer Folge die Amtshandlung vom Verfassungsschutz in Kärnten übernommen. 

Nach umfangreichen Ermittlungen konnten sieben Tatverdächtige ausgeforscht werden. Bei Ihnen handelt es sich um fünf männliche und zwei weibliche Personen zwischen 15 und 21 Jahren. Sie sind nur teilweise geständig. Einer von Ihnen ist ein 21 Jahre alter Feldkirchner. Er ist zudem deutscher Staatsbürger und amtsbekannt.

Die Gedenkstätte am Ulrichsberg ist umstritten. Im Jahr 1485 wurde dort eine dem Heiligen Ulrich von Augsburg geweihte Kirche errichtet. Im Jahr 1897 kam es zur gänzliche Zerstörung der Kirche durch einen Brand.

1933 kam es zur Wiederherstellung durch die Kärntner Landsmannschaft. Bis 1934 wurden hier alljährlich die Gedenkfeiern zum 10. Oktober abgehalten, veranstaltet von der Kärntner Landsmannschaft. 1958 war die Grundsteinlegung für das "Heimkehrerkreuz", einem 20 Meter hohen Kreuz neben der Ruine, als Gedächtnisstätte für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten. Im selben Jahr kam es zur Renovierung der Kirchenruine. Seit 1958 findet dort jährlich das Treffen der Ulrichsberggemeinschaft statt. Die "Heimkehrer-Gedenkstätte" wurde 1959 eingeweiht.

Teilnahme von SS-Veteranen

An jedem ersten Sonntag im Oktober wurde bislang von der Ulrichsberggemeinschaft die Gedenkfeier ausgerichtet. Seit einigen Jahren findet diese Veranstaltung am dritten Sonntag im September statt. Teilnehmer sind ehemalige Wehrmachtsoldaten und Veteranenorganisationen aus ganz Europa, die Teilnehmerzahlen betrugen Anfang der 2000er ungefähr 1000 Personen.

Das österreichische Bundesheer nimmt seit 2009 nicht mehr teil. An der Gedenkfeier nehmen Verbände der Kriegsgeneration und andere Organisationen teil. Die Teilnahme von SS-Veteranen (Kameradschaft IV, die sich 1995 formell zurückzog) und deutschen sowie belgischen Neonazigruppen zog anhaltende Proteste nach sich.

Weiters nahmen Politiker verschiedener Parteien von Bundes- und Landesebene teil, was bei umstrittenen Redebeiträgen immer wieder zu innenpolitischer Berichterstattung führte. Seit einigen Jahren versuchen verschiedene Organisationen auf die ihrer Meinung nach geschichtsrevisionistischen Hintergründe dieser Gedenkveranstaltung hinzuweisen. Auch das österreichische Verteidigungsministerium zog in Erwägung, die Gedenktafeln des Bundesheeres auf dem Ulrichsberg an einen anderen Ort zu verlegen.

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