Vor etwas mehr als einem Jahr ereignete sich im beschaulichen Spittal (Ktn.) ein tödlicher Verkehrsunfall. Entlang einer Gemeindestraße war ein 60-jähriger Mann am 5. Juli 2022 gerade damit beschäftigt, den Rand einer Wiese zu mähen, als ihn ein Auto frontal erfasste und in hohem Bogen durch die Luft schleuderte. Der Gemeindemitarbeiter hatte nach dem Aufprall keine Chance mehr und verlor seinen Überlebenskampf.
Beim ermittelten Unfalllenker handelt es sich um einen sehbehinderten Pensionisten, der "trotz Kenntnis seiner körperlichen Einschränkung, die ihm das Lenken von Kraftfahrzeugen aller Führerscheinklassen verboten hätte", in sein Auto gestiegen war, wie die Staatsanwaltschaft dem 75-Jährigen in der Anklageschrift vorwirft.
Laut Gutachten war die enorme Sehschwäche des Autofahrers am Unfall schuld. Der Mann dürfte sein Opfer erst gar nicht gesehen haben. Laut Medizinern verfügt der Oberkärntner nämlich nur über ein "sehr eingeschränktes Sehvermögen".
Der Angeklagte war zum Unfallzeitpunkt nüchtern, trotzdem sieht es für ihn vor Gericht schlecht aus. Denn dem 75-Jährigen, der sich laut "Kleiner Zeitung" vor Richterin und Ex-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten muss, droht eine Haftstrafe. Es gilt die Unschuldsvermutung.