Fast keine Frauen in österreichischen Chefetagen

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Unter den insgesamt 196 Vorstandsmitgliedern der 64 im Wiener Börse Index (WBI) notierten Unternehmen befinden sich nur neun Frauen. Das entspricht einem Frauenanteil von 4,6 Prozent. Wie der aktuelle Mixed Leadership Barometer des Beratungsunternehmens EY zeigt, hat nur jedes zehnte Unternehmen hat überhaupt eine Frau im Vorstand.

Unter den insgesamt 196 Vorstandsmitgliedern der 64 im Wiener Börse Index (WBI) notierten Unternehmen befinden sich nur neun Frauen. Das entspricht einem Frauenanteil von 4,6 Prozent. Wie der aktuelle Mixed Leadership Barometer des Beratungsunternehmens EY zeigt, hat nur jedes zehnte Unternehmen hat überhaupt eine Frau im Vorstand.

Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich der Frauenanteil der 64 österreichischen Unternehmen damit um marginale 0,1 Prozent. Die Erhöhung hat allerdings nicht damit zu tun, dass mehr Frauen in Vorstände vorgedrungen sind, sondern mit der geschrumpften Zahl der Vorstandsposten. Nach wie vor befindet sich nur in jedem zehnten Unternehmen überhaupt eine Frau im Vorstand.

Am höchsten ist der Frauenanteil heuer mit neun Prozent in der Automobilbranche. Den zweiten Platz teilen sich Immobilien- und Finanzbranche mit jeweils acht Prozent. Wie im vergangenen Jahr gibt es auch heuer immer noch fünf Branchen, in denen keine einzige Frau im Vorstand vertreten ist: Energie, Informationstechnologie, Telekommunikation und Transport & Logistik.

Nur Grüne für Frauenquote

Außer den Grünen setzt sich allerdings keine österreichische Partei für eine verpflichtende Frauenquote in Führungsetagen ein. Diese in privatwirtschaftlichen Unternehmen gesetzlich durchsetzen wollen beide Regierungsparteien nicht. 

"Das müsste man anders machen, zum Beispiel mit einer verpflichtenden Frauenförderung im Betrieb", hieß es etwas aus dem SPÖ-Parlamentsklub zur APA. Die ÖVP will bei privaten Unternehmen prinzipiell nicht in die Personalwahl eingreifen.

Team Stronach für Männerquote

Für die FPÖ würden weibliche Vorstandsmitglieder durch eine entsprechende Gesetzesvorschrift nur zu "Quotenfrauen" reduziert. Ähnlich sieht es das Team Stronach. TS-Frauensprecherin Martina Schenk will stattdessen auch einmal über Männerquoten nachdenken, etwa in frauendominierten Berufen im pädagogischen Bereich und in der Pflege.

Die NEOS sprechen sich ebenfalls gegen "gesetzliche Zwangsverpflichtungen für Unternehmen" aus. Vielmehr sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die "indirekte Fallen" für Frauen am Arbeitsmarkt entgegenwirken, etwa durch mehr Kinderbetreuungsplätze.

 

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