Favoriten: 1.200 Euro Miete für 10 Quadratmeter

zwei mutmaßlichen Miethaien wird der Prozess gemacht.
zwei mutmaßlichen Miethaien wird der Prozess gemacht.Bild: iStock

In zwei Häusern in Favoriten wurden massenhaft Flüchtlinge zu Wucherpreisen untergebracht. Nun stehen zwei "Miethaie", selbst Flüchtlinge, vor Gericht.

In den Häusern in der Laxenburger Straße in Wien-Favoriten sollen unfassbare Zustände geherrscht haben. In einer "Wohnung" mit zehn Quadratmetern lebten laut "ORF" sechs Personen, die je 200 Euro "Miete" sowie Kaution und Abslösen für "schrottreife" Möbel zahlen mussten. WC, Dusche oder Kochnische gab es keine.

Kurios: Jene beiden Männer, denen schwerer gewerbsmäßiger Betrug an den Flüchtlingen vorgeworfen wird, sind selbst Flüchtlinge.

Wir sind selbst Opfer

Vor Gericht bekannten sich der 42-jährige Syrer und der 35-jährige Iraker nicht schuldig. 29 Opfer führt die Anklage auf, die "Miethaie" sollen die Wohnungen über einen Makler vermittelt bekommen haben. Der Bankbeleg dürfte gefälscht gewesen sein, denn er besagt, dass der Syrer über ein Vermögen von rund 350 Millionen Euro auf einem Konto in Kuwait verfüge.

Während die untergebrachten Flüchtlinge horrende Summen hätten zahlen müssen, hätten die beiden "Miethaie" selbst aber nur ein einziges Mal eine vereinbarte Rate bezahlt.

Auch Wasserschäden verursachende Umbauarbeiten am Haus, um möglichst viele Flüchtlinge unterzubringen, seien nicht genehmigt gewesen. Vor Gericht gaben die beiden Männer an, selbst die Opfer zu sein: Ein Makler habe ihnen die Wohnungen zur Verfügung gestellt und die Hausverwaltungen hätten von den Umbaumaßnahmen gewusst. Nun soll die Rolle des Maklers beleuchtet werden - der Prozess wird vermutlich bis zum Spätherbst dauern. (rfi)

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