Österreich

Fax im Dienst geschickt: Pfleger zeigt sich selbst an

Heute Redaktion
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Bestens vertraut: Kesetovic vor St. Pöltner Gericht.
Bestens vertraut: Kesetovic vor St. Pöltner Gericht.
Bild: privat

Im Nachdienst hatte Krankenpfleger Samir Kesetovic ein privates an die Staatsanwaltschaft geschickt, wurde daraufhin laut eigenen Aussagen bedroht und zeigt sich jetzt selbst an.

Groteske um ein gefaxtes Blatt Papier während eines Nachtdienstes im Krankenhaus in Sankt Pölten – Krankenpfleger Samir Kesetovic zeigte sich daraufhin selbst an.

Der mit der Justiz im Dauerclinch stehende Arbeiterkammerrat hatte im Nachtdienst (Anm.: von 7. auf 8. September 2018) im Uniklinikum St. Pölten ein Fax an die Staatsanwaltschaft St. Pölten geschickt. Kesetovic wollte wissen, warum ein gerichtliches Verfahren eingestellt worden ist.

Selbstanzeige

„Daraufhin wurde mir von einem Staatsanwalt mit Anzeige gedroht, nur weil ich das Fax im Dienst geschickt habe. Unfassbar, wie schlimm es um unsere Demokratie steht", sagt Kesetovic. Er ging daraufhin zur Spitalsdirektorin und zum Zentralbetriebsrat, meldete den Verstoß und zeigte sich quasi selbst an. „Und am Mittwoch gehe ich direkt zur Staatsanwaltschaft und erstattet Selbstanzeige. Das fechte ich jetzt juristisch aus", so Samir Kesetovic weiter.

Auf Nachfrage meinte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft St. Pölten: „Herr Kesetovic wurde von einem Staatsanwalt lediglich gefragt, ob er überhaupt in seiner Dienstzeit private Faxe schicken darf." Ob die Staatsanwaltschaft die Selbstanzeige entgegennehmen wird (Anm.: welches Delikt?), darf bezweifelt werden. (Lie)