Faymann: Merkel zu lasch gegen Arbeitslosigkeit

SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann findet seine deutsche Amtskollegin Angela Merkel zu langsam. Die Wirtschaftskrise wird nicht erfolgreich bekämpft, der Grund ist "Merkels Plan des Abwartens", so Faymann im "Kurier". Für den neuen Amtskollegen in Griechenland, den Linkspolitiker Alexis Tsipras, hat er dagegen Verständnis. Der Kanzler hat den Premier für Montag nach Wien eingeladen.

SPÖ-Bundeskanzler Werner Faymann findet seine deutsche Amtskollegin Angela Merkel zu langsam. Die Wirtschaftskrise wird nicht erfolgreich bekämpft, der Grund ist "Merkels Plan des Abwartens", so Faymann im "Kurier". Für den neuen Amtskollegen in Griechenland, den Linkspolitiker Alexis Tsipras, hat er dagegen Verständnis. Der Kanzler hat den Premier für Montag .

"Es ist ihm ein großes Anliegen, Korruption und Steuerbetrug zu bekämpfen. Das ist logischer als zu sagen, man muss kürzen und in der Krise privatisieren", so Faymann über Tsipras. Zwar wolle er den Griechen auch kein "Geld schenken", aber er unterstützt "Verhandlungen über technische Kreditkonditionen, damit das Land künftig mehr Spielraum hat, um aus der Krise zu kommen".

Banken wichtiger als Arbeitslose

Der Kanzler ärgert sich, dass die Arbeitslosigkeit "von der EU zu wenig entschlossen bekämpft wird". Alles, was die deutsche Kanzlerin Merkel unterstütze, sei "ein wenig verspätet". Im Jahr 2008 sei entschlossen gegen die Finanzkrise gekämpft worden, weil ein Zusammenbruch des Bankensystems gedroht habe. "Seit es aber "nur" um die Arbeitslosigkeit geht, schaut es so aus, als hätten wir genügend Zeit. Wir haben aber keine Zeit."
Maßnahmen gegen Kaufkraftverlust

Faymann fordert von der EU einen konkreten Maßnahmenkatalog inklusive Bekämpfung des Steuerbetrugs, "vermögensgerechte Steuern für Millionäre, gemeinsame Bonds, Anleihen für Forschung und Bildung". Das scheitert seiner Ansicht nach vor allem an Merkel. Der Bundeskanzler warnt, die negativen Folgen des Kaufkraftverlusts zu unterschätzen. "Würde Deutschland offensiver agieren, wäre das auch für Österreich ideal, etwa für die Auto-Zulieferindustrie."

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