Bei einem einstündigen Arbeitsessen im deutschen Bundeskanzleramt mit Rindsroulade und Rotkraut besprachen Kanzler Werner Faymann und die deutsche Kanzlerin Angela Merkel die Euro-Krise. Danach drückten die beiden ihre gemeinsame Haltung zu einem notwendigen Euro-Regelwerk aus.
Bundeskanzler Werner Faymann (S) traf am Freitag Mittag in Berlin mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel zusammen. Im Rahmen eines Arbeitsessens im Bundeskanzleramt fand ein einstündiges Arbeitsgespräch zwischen den beiden zur Eurokrise statt. Im Anschluss daran wandten sich die Kanzler, beide in Schwarz gekleidet, gemeinsam an die Presse.
Faymann betonte die seiner Meinung notwendige Korrektur des EU-Regelwerkes. Damit ist der Kanzler klar auf der Linie seiner deutschen Amtskollegin, die ein neues EU-Vertragswerk anstrebt. Bei einer Änderung der Haushaltspolitik in der EU Sie warnte aber vor einer "jahrelangen Krise" und bekräftigte noch einmal ihren Wunsch, aus der EU eine Fiskalunion zu machen. Außerdem plädiert sie für eine Schuldenbremse in der Euro-Zone.
Österreich ist nicht das einzige Land, mit dem Merkel zur Eurokrise iim Gespräch ist: Die deutsche Kanzlerin will mit allen EU-Regierungsoberhäuptern in Kontakt treten. Deutschland lehnt eine größere Beteiligung der Europäischen Zentralbank und die Einführung von Eurobonds im Kampf gegen die Schuldenkrise in einigen Euroländern ab.
Auch Finanzministerin Maria Fekter (V) sagte am Donnerstag, sie halte nichts davon, dass die EZB "überproportional" Staatsanleihen von gefährdeten Staaten kaufe. Eurobonds sind in Österreich ebenfalls umstritten.
Reform der Währungsunion
- eine Stabilitätsunion der 17 Euro-Länder mit schärferen Sanktionen gegen Haushaltssünder und einer strengeren Aufsicht über die Etatpläne. Am EU-Gipfel am 8 Dezember in Brüssel sollen dann die wichtigsten Eckpunkte beschlossen werden.