Es klingt wie ein Alptraum für alle, die auf ihre Privatsphäre achten: Das FBI hat einen Weg gefunden, gelöschte Signal-Nachrichten auf iPhones wiederherzustellen. Und das, obwohl die Verdächtige die gesamte App von ihrem Gerät entfernt hatte.
Der Schlüssel liegt in Apples interner Benachrichtigungsdatenbank. Wer bei Signal die Vorschau von Nachrichten aktiviert hat, speichert damit unbemerkt Inhalte im iPhone-Speicher ab - und dort bleiben sie auch nach dem Löschen der App erhalten.
Wie heise.de unter Berufung auf 404 Media berichtet, wurde die Methode im Rahmen eines Gerichtsverfahrens bekannt. Ein Prozessbeobachter erfuhr dort: Die FBI-Forensiker konnten eingehende Nachrichten aus dem Benachrichtigungsspeicher des iPhones extrahieren. Ausgehende Nachrichten waren davon nicht betroffen.
Besonders brisant: Die Betroffene hatte sogar die Funktion für automatisch verschwindende Nachrichten aktiviert. In der Benachrichtigungsdatenbank verschwinden die Inhalte offenbar trotzdem nicht automatisch.
Laut den Berichten könnten auch andere Messenger-Apps von diesem Problem betroffen sein - überall dort, wo Benachrichtigungen mit Vorschau genutzt werden. Signal selbst reagierte auf Anfragen nicht mehr.
Ein möglicher Schutz: In den Signal-Einstellungen lässt sich die Nachrichten-Vorschau deaktivieren. Dann sollten keine Inhalte mehr in der Benachrichtigungsdatenbank landen. Alternativ können Nutzer alle Benachrichtigungen komplett abschalten.