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Fehlende Aufträge: "Habe wegen ChatGPT Job verloren"

Emily Hanley (31) arbeitete als Werbetexterin und Autorin. Doch plötzlich hörten die Aufträge auf. Der Grund: Firmen ersetzten sie durch ChatGPT.

Emily Hanley (31) schrieb Werbetexte für Firmen – für Werbekampagnen, Social Media oder Webseiten. Nun erhält sie keine Aufträge mehr.
Emily Hanley (31) schrieb Werbetexte für Firmen – für Werbekampagnen, Social Media oder Webseiten. Nun erhält sie keine Aufträge mehr.

Mittlerweile bieten fast alle der größten Tech-Unternehmen ein Sprachmodell basierend auf Künstlicher Intelligenz an. OpenAI veröffentlichte ChatGPT, Google hat Bard, Microsoft gab der Suchmaschine Bing ein KI-Upgrade und der Facebook-Konzern Meta kündigte Llama 2 an. Alles Modelle, die darauf spezialisiert sind, umfassende Texte zu erzeugen. Emily Hanley, eine Werbetexterin aus Los Angeles, hat dadurch nun ihren Job verloren, wie sie sagt.

Darum erhält Hanley keine Kunden-Aufträge mehr

In einem Interview mit Businessinsider.com erzählt die 31-Jährige, wie sich ihre Karriere in den letzten Monaten entwickelt hat. Sie habe für viele Jahre Partnerschaften gehabt, die ihr ermöglichten, Vollzeit als Freelance-Werbetexterin zu arbeiten, sei das auf Webseiten, Marketing-Kampagnen oder Social Media. "Ich hatte keine Luxusjacht in Capri, konnte aber gut davon leben", erzählt sie im Interview.

Plötzlich wurde die Arbeit weniger, seit März und April nahmen die wöchentlichen Aufträge stetig ab. Zuerst hatte Hanley Selbstzweifel, doch als sie bei der Agentur, die ihr Kunden vermittelte, nach dem Grund fragte, war die Antwort überraschend:  Die Auftraggeber würden solche Textaufträge mittlerweile mit künstlicher Intelligenz wie ChatGPT abwickeln. "Der Großteil der bisherigen Kunden bestand aus kleineren Firmen und Start-ups, diese sind nun mal die Ersten, die neue Technologien zur Kosteneinsparung nutzen", so Hanley.

Firma suchte Werbetexterin als KI-Trainerin

In einem viralen Video auf Tiktok berichtet Hanley ebenfalls von ihren Erfahrungen. Sie erzählt von einem potenziell neuen Auftrag, bei dem erneut KI im Spiel sei: Eine Firma suche einen Werbetexter oder eine Werbetexterin, die Künstliche Intelligenz trainiert. Das Ziel: Die KI soll durch die Schreibprofis lernen, menschlicher zu kommunizieren. Die Stelle war auf sechs Monate beschränkt: "In dieser kurzen Zeitspanne sollte die KI quasi wie ich werden – einfach schneller, besser und billiger", sagt sie.

Hanley hätte niemals gedacht, dass Künstler und kreative Menschen durch KI ersetzt werden können, erzählt sie. Obwohl der Auftrag ihren Job nur noch mehr in Gefahr brachte, sei sie aus finanzieller Notlage heraus bereit gewesen, diesen trotzdem anzunehmen. Schlussendlich habe sie den Job nach dem Bewerbungsgespräch aber trotzdem nicht bekommen, schreibt sie in einem Update auf Tiktok.

Überbrückung als Markenbotschafterin im Supermarkt

Da alle Stricke rissen, suchte Hanley sich abseits ihres Fachgebiets einen Job. Schlussendlich wurde sie als Markenbotschafterin angestellt. "Was nur ein ausgefallenes Wort ist für jemanden, der im Supermarkt Produktsamples verteilt. In meinem Fall Mineralwasser", so Hanley gegenüber Businessinsinder.com. Aber für den Moment würde der Job ihre Rechnungen zahlen.

Hanley ist gemäß Berichten nicht die Erste, die in Amerika ihren Job durch KI verloren hat und wohl auch nicht die Letzte. Zu Europa gibt es noch kaum Daten. Goldman Sachs geht aber davon aus, dass KI weltweit 300 Millionen Angestellte ersetzen könnte. Außerdem sorgt KI für eine vielfach erhöhte Produktivität, sprich, es braucht für die gleiche Arbeit weniger Menschen: So erledigt ein Schweizer Software-Entwickler seine Arbeit dank KI mehr als doppelt so schnell.

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