Ukraine

Feiertage nahen – doch Putin-Armee hat Friedhöfe vermin

In der Ukraine naht für orhodoxe Christen das Osterfest. Doch jetzt wird eine neue Schreckenstat von Putins-Armee bekannt. Alle Details hier: 
Nikolaus Pichler
21.04.2022, 11:36

Die deutsche "Bild" berichtete am Donnerstag über die neusten Gräuel aus dem Hause der Kreml-Truppen. Laut dem Bericht wurden nach dem Abzug der Russen aus den Kiewer Vororten sogar Friedhöfe vermint. Besonders perfide dabei: Für die vielen orthodoxen Christen in der Ukraine steht am Sonntag das Osterfest bevor.

"Wir können nicht auf den Friedhof zu unseren verstorbenen Verwandten, wie es Tradition ist", berichtet eine Bäuerin aus Mala Rohan, einem Dorf bei Charkiw, einem Reporter vor Ort. Doch die Ukrainerin weiß von noch mehr Gräueltaten zu berichten. "Als die russischen Soldaten das Nachbardorf besetzten, kamen sie jeden Tag, raubten Milch, Eier und die Lebensmittelpakete, die von Hilfsorganisationen für die Dorfbewohner geschickt wurden", so die Landwirtin gegenüber "Bild".

"Ich habe noch nie so lautes Schreien gehört"

Nach tagelangen Gefechten bläst Putins Armee zum Rückzug. "Es war mein Geburtstag, wir waren so froh, dass die Kämpfe aufhörten", sagt Zlobina. Doch kurz vor ihrem Abzug feuern die Russen Mörsergranaten auf den Bauernhof. Die Geschosse treffen den Stall mit Schafen, Schweinen und Kälbern.

"Viele Tiere waren zerfetzt, andere brannten. Sie schrien im Todeskampf, ich habe noch nie so lautes Schreien gehört."

Kaydrow gibt sich siegessicher

In der Nacht auf Donnerstag ist aus der Ukraine erneut Beschuss gemeldet worden. In der Großstadt Charkiw hätten nach Explosionen mindestens zwei Hochhäuser im nordöstlichen Bezirk Saltivka und mehrere geparkte Autos Feuer gefangen, berichtete die ukrainische Internetzeitung "Ukrajinska Prawda". Während Russland offenbar schon 80 Prozent der Region Luhansk kontrolliert, kündigte der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow für Donnerstag die Einnahme Mariupols an.

Zuvor hatte der ukrainische Sicherheitsrat mitgeteilt, dass die Großoffensive Russlands noch nicht begonnen habe. Die am Dienstag entlang der gesamten Frontlinie begonnenen Attacken dürften "Probeangriffe" sein, sagte der Generalsekretär des Rates, Olexij Danilow, in einem Radiointerview, wie die Internet-Zeitung "Ukrajinska Prawda" am Mittwochabend berichtete.

Wann beginnt die Großoffensive?

Wann die sogenannte große Offensive beginne, sei nur eine Frage der Zeit, sagte Danilow weiter. Moskau könne in den nächsten zwei bis vier Wochen immer noch neue Ressourcen und Reserven in großen Mengen aufbauen. Er warnte zudem davor, zu denken, dass die Kämpfe um den Donbass die letzte und entscheidende Schlacht in dem Krieg sein würden. "Ich wäre nicht so optimistisch, es können jede Menge verschiedene Dinge noch vor uns liegen."

Krieg in der Ukraine – das "Heute"-News-Video

Kiew erwartet seit mehreren Tagen den Beginn einer Großoffensive russischer Truppen, die sich nach dem Rückzug aus Gebieten rund um die Hauptstadt Kiew und im Nordosten des Landes Anfang April nun in den russischen Grenzregionen zur Ukraine oder im Osten der Ukraine neu aufstellen. Zuvor hatte bereits am Dienstag das US-Verteidigungsministerium erklärt, es sehe die jüngsten russischen Angriffe nur als Vorzeichen einer größeren Offensive Moskaus.

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