Die Austria geht mit einem Blitzstart durch Matthias Braunöder in Führung (1.). Rapid gleicht per Elfmeter durch Ercan Kara aus (25.) Kein Sieger im 334. Wiener Derby!
Die Hütteldorfer müssen sich im ersten Spiel unter dem neuen Trainer Ferdinand Feldhofer mit einem Remis zufrieden geben. Auch im achten Anlauf klappt es für Rapid im Allianz Stadion also nicht mit einem Heimsieg im Derby. Feldhofer, als Spieler Meister mit Rapid, muss überhaupt weiter auf seinen ersten Sieg gegen die Austria warten.
Durch das Unentschieden sind die beiden Wiener Klubs weiter punktegleich. Rapid ist Fünfter, die Austria Sechster.
Feldhofer: "Mit diesem Start war nicht zu rechnen. Dementsprechend haben wir unglaubliche Moral bewiesen, wie wir dominiert haben. Die Moral war in der ersten Halbzeit unglaublich. In der zweiten Halbzeit haben wir vielleicht dem Tempo Tribut zollen müssen. Wir wollten gewinnen. Wir sind nicht ganz zufrieden. Es war ein Schritt in die richtige Richtung."
Feldhofer über das 0:1 nach nur 51 Sekunden: "Unglaubliche Szene, auf einmal kullert der Ball da ins lange Eck. Schreckliche Situation. Aber wir haben es hervorragend weggesteckt. Wir haben nach vorne verteidigt, waren aktiv, haben uns aber nicht belohnt. Aufgrund der Häufigkeit der Chancen hätten wir uns den Sieg verdient. Wir haben auch einen Lattenschuss gehabt."
So blickt er auf sein Debüt als Rapid-Trainer zurück: "Das war ein schöner Moment, nicht wunderschön, weil keine Zuschauer und kein Sieg."
Austria-Trainer Manfred Schmid: "Wir hatten einen Traumstart. Nach 51 Sekunden 1:0. Wir haben aber dann keinen Profit daraus schlagen können. Wir konnten keinen Zugriff bekommen. Rapid hatte dann mehr Ballbesitz und Chancen. Wir haben dann in der Pause etwas umgestellt. Ein hart erkämpfter Punkt."
Derby-Torschütze Braunöder: "Das werde ich so schnell nicht vergessen!" Der 19-Jährige schlägt bereits nach 51 Sekunden nach Zuspiel von Ziad El Sheiwi zu. Braunöder startet energisch aus dem Rückraum, ist gedankenschneller als Rapids Emanuel Aiwu und schließt ins linke untere Eck zum 1:0 ab. Es ist der erste Bundesliga-Treffer von Braunöder.
Aiwu: "Vielleicht haben sie uns auf dem falschen Fuß erwischt, aber wir haben eine gute Reaktion gezeigt."
Rapid lässt sich vom frühen Rückstand nicht aus der Ruhe bringen, ist anschließend spielbestimmend, kann die Überlegenheit aber zu selten in klare Torchancen ummünzen. Aiwu: "Wir haben das Spiel dominiert, das Spieltempo bestimmt. Leider haben wir unsere Chancen nicht genützt."
Die größte Chance hat ÖFB-Teamstürmer Ercan Kara in der 25. Minute, nützt sie. Er trifft vom Punkt zum Ausgleich und späteren 1:1-Endstand (25.). Eric Martel bringt zuvor Robert Ljubicic im Strafraum zu Fall – ein klarer Elfmeter. Patrick Pentz versucht, den Schützen zu verunsichern, stellt sich beim Strafstoß weit ins rechte Eck. Kara schiebt trocken ins linke ein.
Kara: "Im Team hat er gesagt, er hält ihn. Er hat ihn nicht gehalten. Man sagt so: Wenn man im Derby trifft, ist man erst wirklich Rapidler."
Der "wirkliche Rapidler" über seinen neuen Trainer Feldhofer: "Er hat einen richtig guten Schwung reingebracht, er will, dass wir vorne anpressen. Es ist ein guter Umschwung."
Austria-Goalie Pentz: "Wir haben uns nach dem super Start wirklich schwer getan. Wir haben immer wieder gezögert, hatten keinen Zugriff. Wir haben uns das Leben selber schwer gemacht. Aber alles in allem sind wir mit dem Punkt zufrieden."
Pentz' Schlussatz: "Das Wichtigste: Wir sind hier immer noch ungeschlagen!"
Rapid: Gartler - Stojkovic (81. Schick), Aiwu, Moormann, Ullmann - R. Ljubicic, Petrovic - Fountas, Knasmüllner (76. Arase), Grüll (70. Kitagawa) - Kara (81. Strunz)
Austria: Pentz - Teigl, Martel, Mühl, Handl, El Sheiwi (18. Keles) - Braunöder, Demaku (74. Schoissengeyr), Jukic (80. Grünwald) - Fischer, Djuricin (80. Ohio)