Last-Minute-Kursplätze für Sommer-Camps

Beim Sommercamp am Landgut Cobenzl nehmen maximal 15 Kinder teil.
Beim Sommercamp am Landgut Cobenzl nehmen maximal 15 Kinder teil.Walter Skokanitsch
Sie Sommerferien stehen vor der Türe. Wer noch einen Betreuungsplatz für seine Kids sucht, sollte schnell sein. "Heute" verrät, wo’s noch Plätze gibt.

Nach der Pflicht, kommt die Kür: Mit dem Zeugnis in der Tasche starten für rund 242.000 Schüler in Wien die Sommerferien. Aufgrund der Corona-Krise war lange nicht klar, ob bzw. wie die Ferienbetreuung für Kinder stattfinden wird. Seit kurzem steht fest: Camps und Kurse werden durchgeführt – unter gewissen Auflagen.

Die Covid19-Schutzmaßnahmen wirken sich bei privaten Anbietern vorwiegend auf die Gruppengröße aus: "Wir können heuer leider nur die Hälfte der Plätze vergeben. Statt zwei Kursen mit je 14 Kindern, die parallel geführt werden, gibt es diesmal nur einen pro Woche", erklärt Anna Gawin vom DaVinciLab. Gawin bietet Tech- und Kreativ-Sommercamps in Leopoldstadt, Hietzing und Floridsdorf für Kinder ab sieben Jahren zu Themen wie Programmieren, Robotics, Minecraft und Movie Making an – es gibt noch zahlreiche, freie Plätze. Die Teilnehmer werden von 8 bis 16 Uhr betreut, Kurse kosten ab 359 Euro. 

"Als Kontrast zur physischen Distanz gibt es digitale Nähe" - Anna Gawin, DaVinciLab

"Neben der geänderten Teilnehmerzahl wird es auch einen personalisierten Laptop für jedes einzelne Kind geben, der in einer eigenen Box verwahrt wird. Wir werden mehr lüften und Desinfektionsspender in allen Räumen aufstellen. Da die Kinder nicht so viel Kontakt zueinander haben dürfen, treffen sie sich in der digitalen Welt, etwa im Spiel 'Minecraft'. Als Kontrast zur physischen Distanz wird es digitale Nähe geben", meint Gawin.

Vor allem für Eltern, die auch im Sommer noch im Home Office arbeiten (müssen) und Beschäftigung für den Nachwuchs suchen, hat Gawin das Online-Kursangebot kreiert. In sechs verschiedenen Kursen (zwei, drei oder fünf Tage, ab 99 Euro) können sich Kinder ab neun Jahren pro Tag zwei Stunden lang u.a. mit App-Design und Computer-Animation beschäftigen. Optional ist auch zusätzlicher Content über eine Lernplattform erhältlich.

Stationen-Betrieb statt Mannschafts-Spiele

Mit Schichtbetrieb beim Mittagessen, getrennten Garderoben und weniger Kindern pro Trainer starten heuer die Kurse der "Sportsmonkeys" in der Prater Hauptallee (Leopoldstadt). "Normalerweise betreut ein Trainer bei uns zehn Kinder, diesmal werden es höchstwahrscheinlich nur fünf sein", erklärt Sportkurs-Leiter Vincent Hummel. Immer zwei Kurse (mit insgesamt je 20 Teilnehmern) finden parallel statt, neben Triathlon und Tennis wird Parkour, Leichtathletik, Hockey, Zirkus, Schach und ein Mix aus diversen Sportarten angeboten. Eine Woche kostet inklusive Mittagessen ab 239 Euro.

"Wir müssen jetzt komplett umdenken, etwa wie wir den Mindestabstand einhalten können. Auch im Hinblick auf das Kurs-Angebot im nächsten Semester bedeutet das, dass wir in Richtung 'Stationenbetrieb' gehen müssen. Es ist für uns eine drastische Umstellung. Früher haben wir zum Beispiel gruppenübergreifendes Aufwärmen angeboten oder große Spiele am Kunstrasen-Platz gemacht, bei denen 20 Kinder gegen 20 andere angetreten sind. Das geht jetzt nicht mehr", so Hummel, der zu einer raschen Anmeldung rät: "Es gibt zwar noch freie Plätze, aber wir haben derzeit recht gute Anmeldezahlen, die stetig nach oben gehen." 

Zu Besuch in den Ställen des Landgut Cobenzl

Gut gebucht sind auch die Plätze für die wöchentlichen Sommercamps am Landgut Cobenzl: "Im Juli sind wir schon dicht, im August gibt es aber noch Kapazitäten", meint Elvina Machleidt, die die Ferienwochen für Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren organisiert. Auch auf dem Bauernhof, der mit rund 100 Tieren aufwartet, werden die Gruppen verkleinert: "Normalerweise betreuen zwei Freizeit-Pädagoginnen bis zu 20 Kinder, heuer sind es nur 15", so Machleidt. Aufgrund der kleineren Gruppen mussten zudem zwei Parallel-Wochen abgesagt werden.  

In den Ferienwochen (Preis: 340 Euro, 8 bis 17 Uhr) dreht sich alles um die Begegnung mit den Bauernhof-Tieren und der Natur. So stehen etwa Stallführungen, Waldwanderungen, Bogenschießen und Blumenkranz-Flechten am Programm: "Die Kinder werden mit den Pädagoginnen fast nur draußen sein. Sollte es dennoch einmal stark regnen, können wir einen 100 Quadratmeter großen Raum nutzen", erklärt Machleidt.

Wissenschaft, Sport und Kunst bei den Kinderfreunden

Keine Reduzierung der Plätze gibt es hingegen bei den Sommerakademien der Wiener Kinderfreunde: "Wir stellen unvermindert 300 Plätze zur Verfügung, von denen noch rund 100 in verschiedenen Sommerakademien frei sind. Da diese Angebote fast alle in Gruppen bis maximal 15 Kinder durchgeführt werden, ändert sich hier nichts. Falls die Gruppen größer wären, werden mehr Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt", erklärt Michaela Müller-Wenzel, Mediensprecherin der Wiener Kinderfreunde. Um die Kinder möglichst gut vor einer Ansteckung zu schützen, dürfen externe Personen (etwa die Eltern) die Räume nur mit Maske betreten.

Bei den Sommerakademien beschäftigen sich Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 16 Jahren eine Woche lang (täglich von 8 bis 17 Uhr) mit Wissenschaft, Technik, Sport oder Kunst. Insgesamt gibt es 15 Angebote (Preis: 223 Euro), durchgeführt mit Partnerorganisationen wie der FH Technikum Wien ("Robots for Kids"), den Wiener Volkshochschulen ("Selfies sind out"), dem Architekturzentrum Wien ("Prima Klima") oder dem Volkskundemuseum ("MuseumsforscherInnen"). 

Sommer-Camps mit Lernförderung

Rund 6.000 Kinder werden heuer bei den Summer City Camps der Stadt an 34 Schulen betreut: "Die Standorte sind sehr groß, daher mussten wir die Plätze nicht reduzieren. Wir werden heuer einfach mehr Flächen nutzen. Falls notwendig, wird auch eine Gruppe geteilt", heißt es aus dem Büro von Bildungs-Stadtrat Jürgen Czernohorszky (SPÖ). Für die Teilnehmer herrsche zudem nur bei Ausflügen bzw. in den öffentlichen Verkehrsmitteln Maskenpflicht. Hier gibt es heuer leider keinen freien Plätze mehr.

Viel Auswahl gibt es hingegen noch bei den Camps mit dem Schwerpunkt "Lernförderung" für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, die heuer erstmals stattfinden: "Weil durch das verkürzte Semester sicher viele Kinder Nachholbedarf haben, haben wir die Förderung ausgebaut", betont Czernohorszky. An sechs Standorten werden daher täglich zwei- bis dreistündige Förderkurse in Mathematik, Deutsch und für die 5./6. Schulstufe auch in Englisch angeboten. So fällt der Start ins nächste Schuljahr dann vielleicht leichter.

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