Formel 1

Ferrari-Boss nach Spielberg-Debakel angezählt

Ferrari steckt tief in der Krise. Nach dem Debakel im zweiten Spielbergrennen ist Boss Mattia Binotto angezählt. Fliegt er jetzt raus?
Sebastian Klein
14.07.2020, 09:15

Die Tifosi sehen rot! Ferrari steckt schon nach dem zweiten Saisonrennen in einer tiefen Krise. Zum Auftakt hatte Charles Leclerc mit seinem zweiten Platz die Missstände beim Traditionsrennstall noch kaschiert. Sebastian Vettel wurde Vorletzter. Beim Großen Preis der Steiermark folgte am Sonntag das Debakel. Leclerc schoss Teamkollegen Vettel ab. Beide schieden aus.

Mehr als die Nullnummer im zweiten Spielberg-Rennen bereitet der Bolide Kopfzerbrechen. Ferrari hat sich im Vergleich zum Vorjahr zurückentwickelt. Mercedes ist fährt in einer eigenen Liga, Red Bull ist enteilt. Mit McLaren und Racing Point könnten sich zwei weitere Rennställe vor die Italiener drängen. Die ersten Rennen geben Anlass zur Sorge.

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Binotto unter Druck

Das bringt Boss Mattia Binotto in große Bedrängnis. Er soll vor dem Aus stehen. Einige italienische Medien halten bereits nur mehr zwei Szenarien für realistisch: die baldige Ablöse oder eine Umstrukturierung, in der Binotto eine zweite starke Person zur Seite gestellt wird. Es dürfte sich bei anhaltend schlechten Leistungen nur mehr um eine Frage der Zeit handeln, ehe Binotto entmachtet wird.

Pikant: Ferrari wurde im Vorjahr Betrug vorgeworfen. Beim Motor soll getrickst worden sein. Nach einer FIA-Untersuchung wurde die Affäre unter den Teppich gekehrt. Jetzt, so behaupten Kritiker, sehe man, wie schwach Ferrari mit dem legalen Motor sei. Binotto ist laut Job-Beschreibung für die Technik verantwortlich. 

Zudem hat sich der 50-Jährige zuletzt rund um das Vettel-Aus nicht mit Ruhm bekleckert. Der 33-Jährige musste selbst verkünden, dass für ihm im kommenden Jahr kein Platz mehr sein wird. Vettel sagte, dass Ferrari die Entscheidung getroffen habe, ohne mit ihm zu sprechen.

Nach dem schwachen Qualifying hatte er noch gegen sein Team und die schlechte Leistung gewettert. Es folgte der Team-interne Crash, plötzlich war Binotto nach außen wieder streichelweich. Es fehlt der klare Kurs.