Als Ferrari im Mai sein erstes reines Elektroauto, den Luce, präsentierte, wurde das auffällige Design vielerorts verspottet ("Heute" hat berichtet). Die Aktie des italienischen Sportwagenbauers reagierte negativ, und Experten zweifelten am Erfolg dieses Modells.
Doch entgegen der anfänglichen Skepsis scheint der Luce ein überraschend großer Erfolg zu werden.
Wie t-online unter Berufung auf die Financial Times berichtet, hat Ferrari sein Jahresziel für den Luce bereits erreicht: Wenige Monate nach Marktstart waren alle knapp 500 Fahrzeuge ausverkauft – besonders in China war die Nachfrage hoch.
Ferrari selbst wollte die Verkaufszahlen nicht bestätigen. Konzernchef Benedetto Vigna erklärte bei der Präsentation der Halbjahreszahlen lediglich, dass die Bestellungen 'zufriedenstellend' seien und die Nachfrage 'gesund' aus allen Weltregionen komme.
Der rund 550.000 Euro teure Luce bricht mit mehreren Traditionen der Marke: Er fährt elektrisch, hat vier Türen, bietet fünf Sitzplätze und setzt auf ein futuristisches Design, das von den ehemaligen Apple-Designern Jony Ive und Marc Newson stammt. Vor allem die Optik sorgte für heftige Reaktionen.
In einer nicht repräsentativen Umfrage von t-online bezeichneten 46,6 Prozent der 5.473 Teilnehmer den Luce als 'grottenhässlich', nur 13,1 Prozent fanden ihn 'super'.
Trotz der Kritik scheint das neue Modell viele Kunden überzeugt zu haben. Ferrari hob die Jahresprognose an und erwartet für 2026 nun ein bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von mindestens 2,97 Milliarden Euro.
Die Auftragsbücher sind laut Vigna bereits bis 2027 komplett gefüllt.
Im zweiten Quartal steigerte Ferrari seinen Umsatz um acht Prozent auf 1,94 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte auf 755 Millionen Euro zu, der Nettogewinn stieg um neun Prozent auf 463 Millionen Euro. Vor allem teurere Modelle und zusätzliche Sonderausstattungen sorgten für das Plus.