Festivalfans in St. Pölten werden verwöhnt, wie schon lange nicht. Zuerst wird beim Beatpatrol (24. bis 25. Juli) abgetanzt, dann beim Frequency (20. bis 22. August) Party gemacht. Allein bei Letzterem werden 120.000 Besucher erwartet. VAZ-Manager René Voak über Camper, Schnorrer und wie er das Publikum vor Hochwasser schützt.
Heute: Merkst Du, dass die Zahl Deiner Freunde steigt?
Voak: Wegen Freikarten meinst Du? Alle Mitarbeiter werden danach gefragt. Das ist eine Unart. Ich gehe auch nicht zum Zahnarzt und will eine Krone gratis.
Wie viel kostet eigentlich ein Festival?
Wir haben knapp eine Million Euro Budget nur für das Beatpatrol. Bis zu 500 Personen sind vor Ort beschäftigt.
Droht bei Dauerregen eine Schlammschlacht wie zuletzt beim Nova-Rock-Festival?
Nein, das sind ja alles befestigte Flächen im Open-Air-Bereich. Außerdem haben wir entlang der Traisen einen Hochwasserschutz. Im Notfall sieht unser Konzept vor, die Camper auf Ersatzflächen umzusiedeln.
Wie viel Prozent der Besucher werden am Traisenufer campen?
Beim Beatpatrol sicher 60 bis 70 Prozent, weil das mindestens so wichtig ist wie das Festival selbst. Nicht wenige Besucher haben im Vorjahr beim Nuke den einen oder anderen Act versäumt, weil es gerade so gemütlich war. Manche haben überhaupt einen ganzen Tag verpasst und sind an der Traisen geblieben. Das kommt vor. Im Endeffekt ersetzt so ein Festival für jüngere Menschen den Urlaub.
Wie groß ist der Druck, der auf Deinen Schultern lastet?
Das Risiko ist extrem. Wenn die Wettervorhersage schlecht ist, denke ich mir immer: Warum tust du dir das an? Aber die Freude überwiegt. Wer weiß, ob man beide Festivals nochmals so groß in St. Pölten ausrichtet. Es kommt auf den Erfolg an.Elisabeth Czastka