Insgesamt vier Personen - ein 49-jähriger Mann, seine gleichaltrige Ehefrau, seine 77-jährige Mutter sowie sein 14-jähriger Sohn - stehen im Verdacht, seit 2015 insgesamt vier Kilogramm Kokain und ein Kilogramm Cannabiskraut nach Österreich geschmuggelt und davon 2,5 kg Kokain und das gesamte Cannabiskraut im Wert von insgesamt 210.000 Euro weiterverkauft zu haben.
Der im Tiroler Unterland lebenden Familie wird vorgeworfen, das Suchtgift mit einem Leihwagen von den Niederlanden nach Österreich gebracht zu haben, wobei das Kokain zu jeweils ca. 100g in einer Kaffeedose im Kofferraum versteckt gewesen sei.
Oma transportierte Koks im Zug
Diese Fahrten sollen vom Mann mit seiner Ehefrau bis zur Eröffnung ihres Lokals im November 2015 durchgeführt worden sein. Danach soll die 77-jährige Mutter des Beschuldigten die Fahrten übernommen haben. Sie steht im Verdacht, alle zwei Wochen mit dem Zug in die Niederlande gefahren zu sein, um von dort jeweils 100g Kokain in ihrer Bekleidung versteckt nach Tirol zu schmuggeln.
Bei der der letzten Rückreise aus den Niederlanden wurde sie in Tirol, noch im Zug festgenommen. Bei dieser Fahrt hatte sie 150 Gramm Kokain bei sich. Auch die übrigen Familienmitglieder wurden festgenommen und ihre Wohnung sowie das Lokal durchsucht.
Dabei konnten zahlreiche Gegenstände, die als Suchtgiftverstecke gedient hatten, eine Schreckschusspistole, eine geringe Menge Kokain und ein kleinerer Bargeldbetrag sichergestellt werden.
Sohn holte stets den Nachschub
Das Suchtgift soll sowohl in ihrem Lokal verkauft als auch von der Mutter des Beschuldigten bzw. dessen 14-jährigen Sohn per Taxi an die Abnehmer geliefert worden sein. Der Sohn habe auch die Aufgabe gehabt, Suchtgift aus der Wohnung in das Lokal nachzubringen, wenn nicht mehr genügend vorhanden war.
Alle vier beschuldigten Personen waren bei den Vernehmungen umfassend geständig.
Bis dato konnten 60 Abnehmer ausgeforscht und bereits vernommen werden. Ein Suchtgifthändler, der im Verdacht steht die Familie in der Zeit von Ende Dezember 2016 bis April 2017 mit Suchtgift beliefert zu haben, konnte ebenso ausgeforscht und in Italien festgenommen werden. (Red)