Abschied nehmen heißt es am Samstag vom heurigen Festivalsommer in Österreich. Das Finale gibt es traditionell im burgenländischen Wiesen beim zweitägigen Two Days A Week Festival, dass zumindest am Freitag sehr feucht ausfiel.
Eröffnet wurde das Open Air am Freitag mit einer grünen Party von Headliner Flogging Molly, auf das die Fans gerne warteden, auch wenn sie bei stetigem Regen im Matsch versanken. Bei den irischen Folk-Punk-Klängen wurde wild gehüpft und ordentlich gefeiert. Zuvor war's hart, laut und vor allem nass. Regen ließ die Massen unters Zeltdach flüchten, Stimmungskiller war das Wetter aber nicht.
Opener mit eigenem Fanklub
Als Opener hatten es Seeds Of Blood aufgrund der frühen Spielzeit um 12.30 Uhr naturgemäß nicht einfach. Die Burschen aus Mattersburg hatten aber offenbar ihren eigenen Fanclub mit und begeisterten mit ihrem Metal- und Deathcore auch ein paar Festivalbesucher, denen sie noch nicht bekannt waren. Grölend ging's im Anschluss auch bei Hawk Eyes weiter. Bei der Truppe aus dem nordenglischen Leeds fanden sich nach und nach mehr Leute ein, wobei es eher nach Flucht nach vorne - eben wegen des Regens aussah. Sänger Paul freute sich und schnappte sich sein Mikrofon, um in der Menge zu singen.
Feiernde Massen bei den "Donots" - um 14 Uhr!
Danach folgte das erste Highlight des Nachmittags: Die Donots betraten zum "sechsten oder siebenten Mal" die Wiesener Bühne und machten das, was sie zuvor angekündigt hatten. "Das ist unsere letzte Festivalshow für dieses Jahr. Da wollen wir noch einmal richtig Party machen", sagte Sänger Ingo Knollmann. Mit Nummern aus dem neuen und bisher erfolgreichsten Album "Wake The Dogs" im Gepäck - etwa "So long" - und ihren Hits "Whatever Happened To The 80s", "We're Not Gonna Take It" lieferten sie eine Show wie aus dem Festival-Lehrbuch. Hütte voll - und das um 14.20 Uhr.
"Broilers" machten Festivalbesucher zu Deutschland-Fans
Für ihre "Freunde", den H-Blockx war das die perfekte Vorlage: Nach "Hi Hello" aus dem aktuellen Album "HBLX" wurden Hits wie "Countdown to Insanity", "Move", "Rising High" und natürlich "Ring Of Fire" abgefeuert. Zum Schunkeln und Feuerzeugzücken gab's "Little Girl". Danach blieb die Bühne weiter fest in deutscher Hand: Dass mit eingängigen Punk-Melodien aus Düsseldorf nicht nur Die Toten Hosen Stimmung machen können, zeigten die Broilers. Das Rezept für eine gelungene Show: Punkrock-Sound als Basis, gewürzt mit verschiedensten Musikrichtungen, garniert mit viel Herz und Leidenschaft. Besonders schön: "Bei dir". Auch "Tanzt du noch einmal mit mir?" und "Wie weit wir gehen" standen auf der Setlist. "Ich hab Bock auf diesen Abend", sagte Sänger und Gitarrist Sammy Amara. Das war nicht zu übersehen.
Dass eine Coverband im Vorabendprogramm gut platziert sein kann, bewiesen Me First And The Gimme Gimmes. Wer "Stairway To Heaven" und "Ghost Riders In The Sky" so witzig in den Punkrock-Mantel packen kann, verdient sich diese Spielzeit. Absolut schräg, absolut unterhaltsam.
Wo es Gewinner gibt, muss es auch Verlierer geben: Das waren am Freitag eindeutig Angels & Airwaves. Stimmlich zeigte sich Sänger Tom DeLonge nicht gerade von seiner besten Seite. Wenn er einmal ordentlich zu hören war - Drums und Gitarre waren zu laut - dann sehr oft sehr schief. Schade. Gefeiert wurde dennoch bei Songs wie "The Adventure" und "Everything's Magic".
Wilde Tanzerei bei "Flogging Molly"
Wie man es richtig macht, zeigten im Anschluss Social Distortion. "Just Give Me The Sweet" und "Story Of My Life" - das war Punkrock der alten Schule. Ihnen folgte als Headliner Flogging Molly. Die irisch-amerikanische Folk-Punk-Rock-Gruppe brachte die Hütte zum Beben und lieferte alles ab, was die Leute hören wollten, etwa "The Speed Of Darkness", "Saints And Sinners" und selbstverständlich "Drunken Lullabies". Partystimmung pur, das Fan-Herz schlug - nicht zuletzt wegen dem wilden und ausgelassenen Getanze - Purzelbäume.
Am Samstag stehen unter anderem die Shows von Enter Shikari, Heaven Shall Burn, All Time Low und Jennifer Rostock auf dem Programm. In Flames beenden als Headliner nicht nur das Two Days A Week, sondern auch die heurige Festivalsaison. Für Kurzentschlossene gibt es noch Tageskarten.