Die Corona-Zahlen in Österreich steigen wieder, die Suche nach der Ursache läuft. Gegenüber "Ö1" erklärte Coronaampel-Kommissionsleiter Ulrich Herzog kürzlich, dass die Veranstaltungen der Freiwilligen Feuerwehr Mitschuld an der Verbreitung des Virus seien. Die APA übernahm das Zitat und schnell war die Aussage in zahlreichen Medien zu lesen. Ein Umstand, der der Feuerwehr gar nicht schmeckt.
Paradoxerweise sprach Herzog im Zusammenhang mit den Wiener Corona-Fällen von der Freiwilligen Feuerwehr. Dabei gibt es solche in Wien kaum noch. Wenn, dann nur am absoluten Stadtrand an der Grenze zu Niederösterreich. Umso verärgerter ist man bei den zahlreichen Freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich deshalb über die Anschuldigungen.
"Mit großer Verwunderung, aber noch größerem Ärger mussten wir zur Kenntnis nehmen, dass in aktuellen Medienberichten davon die Rede ist, dass aufgrund von Feuerwehrveranstaltungen neue Corona-Cluster entstanden sein sollen. Uns ist völlig unerklärlich, woher diese Meldungen stammen. Bekanntlich hat der niederösterreichische Landesfeuerwehrverband bereits im März rigorose Vorsichtsmaßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus in den eigenen Reihen eingeleitet. Darunter fiel ein Verbot von sämtlichen Veranstaltungen, wie auch allen Fort- und Weiterbildungen", nimmt der Landesfeuerwehrverband am Sonntag Stellung.
Diese Dienstanweisungen seien bis dato von den Freiwilligen Feuerwehren strikt eingehalten worden. Aus diesem Grund sei bislang auch noch keine einzige Feuerwehr wegen Corona ausgefallen. Das heißt, die Einsatzbereitschaft aller Feuerwehren ist nach wie vor gewährleistet. "Umso bedauerlicher ist, dass nun eine Organisation, die seit Ausbruch der Coronapandemie alle gesetzlichen Maßnahmen eingehalten hat, in Misskredit geraten ist. Insofern sind wir darüber enttäuscht, dass unter anderem auch die Feuerwehren in Zusammenhang mit steigenden Infektionszahlen erwähnt werden", heißt es im Statement weiter.