Kameraden tief betroffen

Feuerwehrmann stirbt bei Einsatz: "Macht nachdenklich"

Dramatische Stunden in Niederösterreich: Ein Feuerwehrmann wurde dort Opfer der Fluten. Sein Tod ist jetzt auch für andere Einsatzkräfte ein Weckruf.
Lea Strauch
17.09.2024, 09:43
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Oberösterreich überstand den Starkregen bis jetzt mit einem blauen Auge. Entspannt ist die Lage aber keineswegs – vor allem nicht für die Einsatzkräfte der Feuerwehr. "Der Anstieg in der Fuschler Ache in St. Lorenz war relativ dramatisch", berichtet Christian Stoxreiter vom Abschnittsfeuerwehrkommando Mondsee (Bez. Vöcklabruck).

"Einsätze kommen on top dazu"

"Wir haben hauptsächlich überflutete Keller ausgepumpt und Verklausungen in Bächen gelöst", so der 49-Jährige im "Heute"-Gespräch. Alleine in den vergangenen zwei Tagen mussten die Einsatzkräfte in Vöcklabruck über 60 Mal ausrücken.

"Die Hochwasser-Einsätze kommen on top dazu." Brände oder Verkehrsunfälle stünden natürlich trotzdem noch auf der Tagesordnung. Samstagabend war Stoxreiter – zusätzlich Leiter der Drohnen-Gruppe – auch für eine Personensuche im Bezirk Braunau im Einsatz.

Auch deswegen sind die Feuerwehrler jetzt besonders gefordert. "Du denkst dir am Abend, jetzt ist endlich Ruhe mit dem Hochwasser", erzählt der 49-Jährige. "Und dann kommt so etwas noch dazu."

Auch die Nachrichten aus Niederösterreich setzen ihnen zu: Im Bezirk Tulln starb neben zwei Privatpersonen auch schon ein Feuerwehrmann im Einsatz.

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Betroffenheit nach Tod von Kameraden

Was die Einsatzkräfte des AFK Mondsee noch fassungsloser machte: Der Kamerad kam während Auspump-Arbeiten in einem Keller ums Leben. Er dürfte auf einer Stiege ausgerutscht sein und zog sich dabei tödliche Verletzungen zu.

"Es macht nachdenklich. Solche Einsätze haben wir ja auch", erklärt Stoxreiter. Ein Weckruf für die Feuerwehrler: "Man bekommt in Erinnerung gerufen, dass auch ein Pump-Einsatz in einem Keller nicht risikofrei ist."

Gefahr noch nicht gebannt

Für die Feuerwehrler aus der Region gab es am Montag eine kurze Verschnaufpause. Die Pegelstände an den Hauptgewässern im Land sind derzeit zwar leicht fallend. Für Dienstag werden aber wieder Anstiege vorhergesagt.

"Wir hoffen alle, dass es nicht zu schlimm wird", so der 49-Jährige. Von einer Katastrophe gehen sie jedenfalls nicht mehr aus. Vorbei ist die Arbeit aber noch lange nicht: "Einige Keller werden wir sicher noch auspumpen müssen."

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