FFP2-Maske führte bei Wienerin fast zum Kollaps

FFP2-Maske löste bei Kunigunde Schmatzberger zahlreiche Beschwerden aus.
FFP2-Maske löste bei Kunigunde Schmatzberger zahlreiche Beschwerden aus.apa/picturedesk/schmatzberger "Heute"-Montage
Kunigunde Schmatzberger litt bereits kurz nach dem Aufsetzen der Gratis-FFP2-Maske der Regierung unter Kopfschmerzen, Schwindel und sogar Durchfall.

Ab 25. Jänner müssen FFP2-Masken in Österreich verpflichtend im Handel und in den öffentlichen Verkehrsmitteln getragen werden. Dazu hat die Bundesregierung versprochen, allen Personen über 65 Jahren zehn gratis FFP2-Masken zur Verfügung zu stellen. Bei Kunigunde Schmatzberger aus Wien sind diese vergangene Woche per Post eingetroffen. Gleich am Montag testete die 84-Jährige den empfohlenen Schutz vor dem Coronavirus bei einem Labortermin - mit ernüchternder Schlussfolgerung.

Bereits am Weg zu den öffentlichen Verkehrsmitteln stellte die Wienerin einen "komischen Geschmack" fest. Schob diesen allerdings auf die Verpackung. Kurz darauf folgten "Kopfschmerzen, wie ich sie noch nie erlebt habe. Außerdem ist mir schrecklich heiß geworden", erzählt sie im Gespräch mit "Heute". Im Labor angekommen seien diese Beschwerden schlimmer geworden. Am Heimweg kämpfte die Seniorin zusätzlich gegen Schwindel. "Mein ganzer Körper wurde plötzlich schwer, ich habe mich wie ein Betonpflock gefühlt und mir wurde immer heißer." Dann seien auch noch Brechreiz und Durchfall hinzugekommen. "Ich habe circa drei Stunden gebraucht, bis ich wieder halbwegs beinander war", so die Seniorin.

Kann bis zum Tod führen

Ein Blick auf die Warnhinweise, die den zehn Masken aus China beiliegen, sorgte für Entsetzen bei der Dame. Gleich als Punkt 1 ist angegeben: "Missachtung der hier gegebenen Anweisungen (...) können die Wirksamkeit der Maske reduzieren und Übelkeit oder gar Tod zur Folge haben." Und unter Punkt 3 ist zu lesen: "Nur in ausreichend belüfteten Umgebungen verwenden. Nicht verwenden, wenn die Atmosphäre einen zu geringen Sauerstoffanteil enthält." Ein Warnhinweis, der bei Frau Schmatzberger für Unverständnis sorgt: "Woher soll ich wissen, ob eine Arztpraxis ausreichend belüftet ist?"

Sauerstoffmangel

Aber genau dieser Sauerstoffmangel könnte zu den Beschwerden der 84-Jährigen geführt haben, weiß der praktische Arzt und Arbeitsmediziner Dr. Karl Hochgatterer. "FFP2-Masken bestehen natürlich aus dichterem Gewebe, bei dem man wirklich Luft durchsaugen muss. Die Atemarbeit ist daher erhöht und kann bei manchen Personen durchaus zu Problemen führen." Der Referent im Referat für Arbeitsmedizin verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine DGUV-Regel in Deutschland: Demnach darf die maximale Tragezeit nur zwei Stunden mit einer anschließender Mindesterholungsdauer von 30 Minuten betragen. "Daraus kann man bereits schließen, dass eine FFP2-Maske natürlich eine Einschränkung mit sich bringt."

Sauer stößt Kunigunde Schmatzberger allerdings auch auf, dass sich niemand für die Problematik zuständig fühlt. "Nicht unter 1450, nicht beim Gesundheitsdienst der Stadt Wien und nicht im Sozialministerium." Aus dem Büro des Bundeskanzlers hätte die Seniorin lediglich die Empfehlung bekommen, eine Befreiung von der Maske von ihrem Hausarzt einzuholen. Und im Büro des Vizekanzlers Werner Koglers hieß es: "Sie hätten einen Arzt fragen sollen, ob Sie die Maske nehmen dürfen."

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