Niederösterreich

FH lässt unabhängige Experten Aschbachers Arbeit prüfen

Die Plagiatsvorwürfe gegen Ex-Ministerin Christine Aschbacher beschäftigen die FH Wr. Neustadt noch länger. Externe Prüfer wurden jetzt beauftragt.
04.02.2021, 15:22

Im Jänner kamen Plagiatsvorwürfe gegen die damalige Arbeitsministerin Christine Aschbacher (ÖVP) auf. Während ihre an der Slowakischen Technischen Universität verfasste Doktor-Arbeit etwa über kein einziges richtiges Zitat verfügt und teilweise sprachlich auf niedrigstem Niveau verfasst wurde, hagelte es wie berichtet auch Kritik für die Diplom-Arbeit an der FH Wr. Neustadt.

Während Aschbacher längst die Konsequenzen zog, als Ministerin zurücktrat und wohl zumindest ihren Doktor-Titel verlieren wird, kämpft die Fachhochschule Wiener Neustadt weiter um ihren Ruf, tut alles mögliche, um die Sache aufzuarbeiten. Jetzt sollen unabhängige externe Experten mit der Prüfung der Arbeit aus dem Jahr 2006 und des Gutachtens des Betreuers beauftragt werden.

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FH kämpft um ihren Ruf

Schon als am 8. Jänner die Plagiatsvorwürfe gegen Aschbacher bekannt wurden, handelte die Kollegiumsleitung der FHWN und leitete die notwendigen Ermittlungen ein, um den Sachverhalt aufzuklären. Nun, rund drei Wochen später, wurde jener Teil des Vorverfahrens, in dem vor allem die zum Zeitpunkt der Abgabe der Arbeit geltende Rechtslage, die Begleitumstände und damit der Maßstab der weiteren Prüfung evaluiert wurden, abgeschlossen.

Die maßgeblichen Dokumente wurden mittlerweile an die Österreichische Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) übergeben, die ihrerseits externe Gutachter beauftragen wird. „Die Expertise der ÖAWI wird das behördliche Verfahren an der Hochschule mit ihrer Objektivität und jenen unabhängigen Gutachten unterstützen, die unsere weiteren Schritte leiten werden. Wir blicken dem Ergebnis absolut neutral entgegen“, so FHWN-CEO Armin Mahr. Zur internen Qualitätssicherung hat die FHWN auch einen Check des betreuerischen Umfelds beauftragt. „Auch das ist übliche Praxis“, so der Hochschulleiter.

Die FH verweist generell auf ihre wissenschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahren, wurde etwa mit dem "Ars Docendi Staatspreis für gute Lehre" und dem "Houskapreis für Forschungsleistungen" ausgezeichnet. "Wir pflegen unsere enge Verbindung mit der Praxis, sie ist unsere Seele, zugleich haben wir allein in den letzten 15 Jahren eine unbeschreibliche wissenschaftliche Entwicklung hingelegt, nicht zuletzt durch eigene Forschung und Entwicklung, an der auch unsere Studierenden beteiligt sind. Wenn Sie mich nach dem Geheimnis erfolgreicher FHs fragen, so ist es genau das", so Mahrer.