Initiative warnt vor totalem Ruin für Wiener Fiaker

Die Initiative "Pro Fiaker Kultur" setzte am Mittwochvormittag ein Zeichen zum Erhalt der Fiaker in Wien. Am Michaelerplatz warnten sie vor dem drohenden Aus.
Die Initiative "Pro Fiaker Kultur" setzt sich für einen Erhalt der Fiaker in Wien ein. Diese sei bedroht durch "überbordende Beschränkungen der Fiaker-Unternehmer, Schikanen oder unhaltbare Vorwürfe von Nicht-Kennern von Pferden", so die überparteiliche Initiative auf ihrer Website.

Am Mittwoch warnte die Initiative am Michaelerplatz in der Wiener Innenstadt: "Die Fiaker stehen vor dem Nichts" Christian Gerzabek und Werner Kaizar warnten bei einem Pressetermin am Michaelerplatz vor dem Aus für die Branche. Die heurige Saison, so zeigten sie sich überzeugt, werde ein "absoluter Totalausfall". Denn wegen des Coronavirus bleiben die Touristen fern.

Die beiden Fiaker-Vertreter hatten zu dem Termin auch die Pferde Leopold und Ferdinand mitgebracht – jedoch kein Fuhrwerk ("Zeug'l"). Diese sieht man in Wien derzeit – abgesehen von Ausbildungsfahrten – praktisch gar nicht mehr. Das liegt zum einen an den Sicherheitsbestimmungen und zum anderen schlicht an der Tatsache, dass der Tourismus zum Erliegen gekommen ist.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Keine Einnahmen, aber hohe Fixkosten

Dramatisch sei die Situation auch, weil die Fixkosten weiter hoch seien. "Pferde sind die Mitarbeiter der Fiaker, sie können nicht entlassen werden", gab Kaizar zu bedenken. Rund 300 Euro koste ein Pferd pro Monat – manche Betriebe haben bis zu 75 Tiere, gibt er zu bedenken.

Insgesamt werden in Wien in 21 Unternehmen insgesamt 350 Fiakerpferde gehalten. Laut der Initiative sind auch 1.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Derzeit seien die Einnahmen jedenfalls "bei Null".

Wegen Corona-Krise droht Fiakern der Ruin

Es ist zu erwarten, dass der Touristenansturm im Sommer heuer aufgrund der Reisebeschränkungen ausbleiben wird. Dieser Tourismuseinbruch trifft die gesamte Wiener Gastronomie hart, insbesondere auch die Fiaker. Diese stehen ohne Wirtschaftshilfe vor dem Ruin.

Man werde auch ganz sicher nichts an der guten Pflege der Tiere oder am "hervorragenden Zustand" der Ställe ändern, wurde versichert. Die Fiaker hoffen nun auf Unterstützung durch die Stadt. "Wenn man die Fiaker weghaben möchte, wäre es jetzt der richtige Moment. Wenn man aber möchte, dass es sie weiter gibt, muss man sich zu ihnen bekennen", sagte Gerzabek.

Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (SPÖ) zeigte am Mittwoch Verständnis für die Not der Fiaker. Er arbeite aber gemeinsam mit Umweltstadträtin Ulli Sima (SPÖ) an einer Lösung, die schon in den kommenden Tagen präsentiert werden soll.



Fiaker-Videoreihe von "HeuteTierisch"



1. Frage: Warum gehören Fiaker (nicht) zu Wien?

2. Frage: Leiden die Pferde unter dem Stress und Lärm in der Wiener City?

3. Frage:

Ist der Asphalt in der City schädlich für die Pferde?

4. Frage: Schützen "Gummihufe" Pferd und Straße vor Schäden?

5. Frage: Wäre es sinnvoll, Fiaker in Grünbereiche zu verlegen?



Das Leben eines Fiaker-Pferdes – Pro und Contra

Was passiert mit den Pferden, wenn es keine Fiaker mehr gibt oder gäbe?

Leiden die Pferde in der Innenstadt unter der Hitze im Sommer?

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