Mehr Schatten für Wiens Fiaker: Der Standplatz beim Burgtheater ist in die Allee am Wiener Ring verlegt worden. Konkret befindet sich dieser nun auf der Volksgarten-Seite, schräg gegenüber vom Parlament. Der Grund für den Standortwechsel: Die Bäume spenden an heißen Tagen Schatten.
Neue Gesetze, die ab Sonntag in Kraft treten, bringen viele Kutscher jetzt in arge finanzielle Bedrängnis.
"Die Tiere haben es dann im Sommer angenehm", erklärte Tierschutzstadträtin Ulli Sima (S) am Mittwoch vor Journalisten. Sie kündigte auch an, mit Burghauptmann Reinhold Sahl über die Verlegung des Standplatzes am Heldenplatz verhandeln zu wollen.
Die Verlegung des Standplatzes beim Burgtheater, konkret am Josef-Meinrad-Platz, zum Ring sei "eine schwierige Sache gewesen", berichtete Sima. Es habe langwierige Verhandlungen u.a. mit den Wiener Linien gegeben. Falls es zu keiner Einigung gekommen wäre, war als Alternative angedacht, am Standplatz Burgtheater ein Sonnendach zu errichten.
Nur Heldenplatz in der Sonne
Mit dem neuen Platz unter den Alleebäumen sind nun zumindest alle Kutschen-Standorte der Stadt vor der Sonne geschützt. Einzig der Standplatz am Heldenplatz, der von der Burghauptmannschaft verwaltet wird, ist nicht beschattet - aus Denkmalschutzgründen, bedauerte Sima. Aus diesem Grund will sie mit dem Burghauptmann über die Verlegung reden. Möglich wäre etwa eine Verlegung in die Allee bei der Präsidentschaftskanzlei.
Neue Gesetze:
Zeitlimits. Für Wiens Fiaker gibt es ab Sonntag eine weitere Neuerung: Die Wartezonen in der Innenstadt sollen nur mehr zwischen 10.00 und 22.00 Uhr angefahren werden dürfen.
Platzkarten. Zudem gibt es Platzkarten für gerade und ungerade Tage. Den Kutschen ist es dann nicht mehr erlaubt, täglich auszufahren. Das bedeutet allerdings für viele Fiaker das Aus, weil sich für Kleinunternehmer das Ausfahren nicht mehr rentiert -
Fahrtenbuch. Außerdem wird verstärkt darauf geachtet, dass die Tiere regelmäßig gefüttert werden und anschließend eine mindestens einstündige Ruhezeit eingehalten wird. Um dies zu dokumentieren, müssen die Gespanne künftig mit einem Fahrtenbuch unterwegs sein. In diesem sind etwa Ruhe-, Fütterungs- und Arbeitszeiten einzutragen.
Überprüfung. Auch die jährlich durchgeführte Konzessionsüberprüfung wird schärfer. Anders als bisher müssen künftig alle Pferde, das gesamte Kutscheninventar und sämtliches Geschirr vorgeführt werden.
In der Bundeshauptstadt gibt es derzeit 40 Fiakerunternehmen mit 180 Kutschen. Die Standplätze befinden sich am Stephansplatz, in der Jungferngasse bei der Albertina, am Heldenplatz und nun in der Allee am Ring beim Volksgarten. Die Fiaker werden von Polizei und Behörden regelmäßig überprüft. Im Vorjahr wurden bei 20 Standortüberprüfungen 155 Gespanne kontrolliert. Dabei gab es 87 Anzeigen.