Ein neuer Ernährungstrend erobert die sozialen Medien: Unter dem Hashtag Fibermaxxing zeigen Menschen, wie sie ihre Mahlzeiten mit Chiasamen, Kleie, Hülsenfrüchten oder Gemüse aufwerten. Das Ziel: möglichst viele Ballaststoffe in den Alltag bringen.
Der Reiz ist leicht zu verstehen: Ballaststoffreiche Lebensmittel sind keine teuren Spezialprodukte. Ein Teller Linsensuppe, eine Schale Haferbrei mit Beeren oder ein Vollkornbrot mit Hummus machen satt und tun dem Körper langfristig gut.
Doch wie CHIP berichtet, sehen Experten einen typischen Fehler: zu viel, zu schnell. Denn der Darm mag keine Überrumpelung. Wer von heute auf morgen riesige Mengen Bohnen, Rohkost und Chiasamen isst, kann Blähungen, Bauchdruck oder Krämpfe bekommen.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 Gramm Ballaststoffe pro Tag. Viele Menschen erreichen diese Menge nicht, weil Weißmehlprodukte und stark verarbeitete Snacks den Speiseplan dominieren.
Besonders gut punkten Hülsenfrüchte: Linsen, Kichererbsen, weiße Bohnen und Erbsen liefern Ballaststoffe, pflanzliches Eiweiß und Mineralstoffe. Auch Hafer mit seinen löslichen Fasern und Beeren mit sekundären Pflanzenstoffen sind empfehlenswert.
Der einfachste Start beginnt beim Frühstück: Haferflocken statt Cornflakes, Beeren statt Marmelade, Nüsse oder Leinsamen als Topping. Mittags kann eine Portion Hülsenfrüchte in Salat oder Suppe wandern.
Wichtig ist ein langsamer Aufbau über mehrere Wochen. Dazu gehört auch ausreichend Flüssigkeit, denn Ballaststoffe binden Wasser. Menschen mit Reizdarm oder chronischen Darmerkrankungen sollten Ernährungsschritte medizinisch abklären.
Im Kern steckt hinter dem Trend eine bodenständige Botschaft: mehr Pflanzen, mehr Vielfalt, mehr Futter für den Darm. Bohnen, Hafer, Gemüse und Vollkorn sind keine neuen Superfoods - sie waren nur leise.