Präsident Gianni Infantino teilte in der Nacht auf Samstag mit, dass das Projekt "FIFA Forward Enterprise" (FFE) nicht weiterverfolgt werde. Die geplante Tochtergesellschaft hätte sämtliche kommerziellen Aktivitäten und Turniere des Weltverbandes bündeln sollen. Medienberichten zufolge war vorgesehen, Anteile an FIFA-Wettbewerben an private Investoren zu verkaufen.
Infantino betonte, das Projekt habe ursprünglich dazu dienen sollen, "unsere FIFA-Mitgliedsverbände und unseren Sport weltweit weiter zu stärken – insbesondere in jenen Ländern, in denen Unterstützung am dringendsten benötigt wird". Voraussetzung sei dabei stets gewesen, "dass eine Mehrheit der FIFA-Mitgliedsverbände das Vorhaben unterstützt".
Nach den heftigen Reaktionen zog der FIFA-Präsident jedoch die Reißleine. "Nachdem wir uns alle Standpunkte aufmerksam angehört haben, ist deutlich geworden, dass das Projekt zu Spaltungen geführt hat, die – unabhängig vom Ausmaß der Unterstützung – nicht mehr im Interesse des ursprünglich angestrebten Ziels liegen", erklärte Infantino.
Weiter sagte der 56-Jährige: "Unser Ziel war es stets, und wird es auch immer bleiben, zu vereinen und zu verbessern. Daher wird dieser Vorschlag nicht weiterverfolgt."
Der Weltverband hatte die Pläne erst am Dienstag vorgestellt. Den 211 Mitgliedsverbänden soll dabei eine Frist bis zum 19. September gesetzt worden sein. Eine einfache Mehrheit hätte genügt, um das Vorhaben zu beschließen. Berichten zufolge wurden den Verbänden hohe finanzielle Ausschüttungen und die Aussicht auf eine weitere Aufstockung der Weltmeisterschaft in Aussicht gestellt.
Der Widerstand ließ jedoch nicht lange auf sich warten. Zunächst drohte die UEFA am Donnerstag mit einem Boykott sämtlicher FIFA-Wettbewerbe, sollte Infantino an den Plänen festhalten. Kurz darauf schlossen sich der nord- und mittelamerikanische Verband CONCACAF sowie die Asiatische Fußball-Konföderation (AFC) an.
Der Druck auf den FIFA-Präsidenten nahm weiter zu. Am Freitag legte schließlich auch sein langjähriger Berater Carlos Cordeiro aus Protest sein Amt nieder. Wenige Stunden später folgte die Kehrtwende. Zum Abschluss kündigte Infantino einen Neuanfang an: "Für die Zukunft ist es meine Absicht, alle interessierten Parteien in den kommenden Tagen und Wochen wieder zusammenzubringen – geleitet von unserem gemeinsamen Interesse am Fußball und mit dem Ziel, den Fußball überall weiter voranzubringen, insbesondere in jenen Ländern, die unsere Unterstützung am meisten benötigen."