Welt

Fillon gewinnt Machtkampf: In Frankreich geht es rund

Heute Redaktion
14.09.2021, 01:00

Der angeschlagene Präsidentschaftskandidat der französischen Konservativen, Francois Fillon, hat den innerparteilichen Machtkampf für sich entschieden. Die Parteispitze stellte sich in einer Krisensitzung am Montag Abend einstimmig hinter Fillon, wie ein Sprecher mitteilte.

Ex-Regierungschef Alain Juppe, der wiederholt als Alternative zu Fillon genannt worden war, hatte bereits zuvor endgültig auf eine Kandidatur verzichtet. Fillon selbst appellierte an seine Parteifreunde, sich hinter ihn zu stellen. Wegen Vorwürfen der Scheinbeschäftigung von Familienangehörigen auf Staatskosten ist Fillon in Umfragen deutlich zurückgefallen.

"Zu viel Zeit verloren"

"Wir haben zu viel Zeit mit sinnlosen Diskussionen verloren, haben der extremen Rechten und den Kandidaten der Linken freies Feld gelassen", sagte Fillon. Seine Kandidatur sei die einzig legitime. "Es ist Zeit, dass sich alle zusammenreißen und wieder zu Verstand kommen."
Die Debatte über die Kandidatur Fillons sei beendet, sagte der Präsident des politischen Ausschusses der Republikaner, Gerard Larcher. Er habe Fillon aufgefordert, das konservative Lager zu einen. Bis zum 17. März müssen alle Präsidentschaftskandidaten formell bestätigt sein.

Umfragewerte im Keller

Die Ermittlungen haben Fillons Umfragewerte fallen lassen, ihm schlägt auch ein immer schärferer Wind entgegen. Mittlerweile haben Dutzende Mitarbeiter das Wahlkampfteam verlassen. Neben Fillons Sprecher Thierry Solere kündigte auch sein Wahlkampfleiter Patrick Stefanini an, sein Amt niederzulegen. Einer am Samstag veröffentlichten Umfrage zufolge sind mehr als 70 Prozent der Wähler für Fillons Rückzug.

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