Sauberes Trinkwasser ist für Hunderte Millionen Menschen weltweit Mangelware. Die Entsalzung von Meerwasser gilt als eine der vielversprechendsten Lösungen für dieses Problem. Doch die bisherigen Filtersysteme haben einen Nachteil: Sie sind entweder nicht effizient genug oder zu aufwendig in der Herstellung.
Jetzt gibt es einen echten Durchbruch aus Deutschland. Forscher des Fraunhofer FEP in Dresden haben eine neuartige Carbon-Nanomembran entwickelt, die Kochsalz mindestens fünfmal besser aus Wasser zurückhält als konventionelle Membranen - und das bei vergleichbarem Wasserdurchfluss.
Wie forschung-und-wissen.de meldet, liegt das Geheimnis in der extremen Dünne der Filterschicht. Die Membran ist nur etwa 1,2 Nanometer dick - das ist unvorstellbar dünn. Zum Vergleich: Ein menschliches Haar ist etwa 80.000 Mal dicker. Durch diese kurze Transportstrecke kann Wasser besonders leicht hindurchwandern, während Salzmoleküle zurückgehalten werden.
Das Besondere an der neuen Technologie: Sie kann in einem durchgehenden Rolle-zu-Rolle-Verfahren hergestellt werden. Das bedeutet, dass die Membran kontinuierlich auf flexible Träger aufgebracht werden kann - ein wichtiger Schritt in Richtung industrielle Massenproduktion.
Die Anwendungsmöglichkeiten gehen weit über Trinkwasser hinaus. In der Lebensmitteltechnik könnte die Membran genutzt werden, um wässrige Produkte schonend zu konzentrieren, ohne sie erhitzen zu müssen. Das wäre besonders für empfindliche Aromen oder Proteine interessant, die bei hohen Temperaturen Schaden nehmen.
Trotz der beeindruckenden Laborergebnisse müssen noch einige Hürden genommen werden. Reales Rohwasser enthält neben Salz auch organische Stoffe, Mikroorganismen und Schwebteilchen, die die Membran zusetzen könnten. Auch die Langzeitstabilität muss noch geprüft werden.
Im Mai 2027 will das Fraunhofer FEP die Technologie auf der Fachmesse pro flex in Dresden präsentieren. Bis dahin wird sich zeigen, ob aus dem vielversprechenden Laborerfolg ein industrielles Produkt werden kann, das tatsächlich zur Lösung der globalen Wasserkrise beiträgt.