Dominic Thiem krönt sich zum US-Open-Champion

Dominic Thiem genießt den Moment seines Triumphes.
Dominic Thiem genießt den Moment seines Triumphes.Picturedesk
Dominic Thiem schreibt österreichische Sportgeschichte! Er gewinnt den Final-Thriller der US Open gegen Alexander Zverev in vier Stunden.

Österreich hat seinen zweiten Grand-Slam-Champion! 25 Jahre nach Thomas Muster (French Open) krönte Dominic Thiem in der Nacht auf Montag seine Karriere mit dem Sieg bei den US Open, ist im Tennis-Olymp angekommen.

Der 27-Jährige besiegte im Finale den Deutschen Alexander Zverev in fünf Sätzen. Es war ein Endspiel für die Geschichtsbücher. Noch nie zuvor wurde in einem US-Open-Finale ein Zweisatzrückstand in einen Sieg umgedreht. Thiem hat dieses Kunststück vollbracht. Nach einem Fehlstart kämpfte sich der Lichtenwörther zurück, verwertete nach etwas mehr als vier Stunden unter Krämpfen den dritten Matchball im Tie-Break des entscheidenden Satzes.

Thiem: "Ich kann’s wirklich noch nicht glauben. Es war absolut abnormal. Ich habe mich in den ersten zwei Sätzen richtig bleiern gefühlt. Am Ende war es einfach nur mehr Drama. Am Ende hat’s wahrscheinlich so sein müssen mit meinem ersten großen Titel."

Thiem schlug Zverev 2:6, 4:6, 6:4, 6:3, 7:6 (6). Sein Sieg bringt ihm eine Prämie von drei Millionen US-Dollar ein.

Packender Final-Krimi

Das Finale begann für Thiem alles andere als nach Wunsch. Zverev setzte ihn unter Druck. Bei eigenem Aufschlag ließ der 23-Jährige nichts anbrennen. Der erste Satz dauerte keine halbe Stunde. Thiem haderte mit den Returns. Das sollte sich auch im zweiten Durchgang nicht ändern. Zverev marschierte auf 5:1 davon. Alles sah nach einer Abfuhr für den Österreicher aus.

Es folgte das große Aufbäumen. Thiem verkürzte auf 4:5. Er verlor zwar den zweiten Satz, gewann aber die große Erkenntnis, dass er Zverev auch bei dessen Service gefährlich werden kann. Mit dem Druck des Zweisatzrückstandes im Nacken kämpfte sich Thiem in die Partie und übernahm nach und nach die Kontrolle.

Zverev ließ nie nach, Thiem wurde aber immer stärker. Die Sätze drei und vier gingen an den Niederösterreicher und auch der Entscheidungssatz startete mit einem Break von Thiem. Zverev antwortete mit dem Re-Break. Es war der Auftakt eines fünften Satzes, der an Spannung nicht zu überbieten war.

Insgesamt gab es sechs Breaks. Das letzte davon erfolgte bei Thiems Aufschlagspiel bei 6:5. Thiem servierte zum Turniersieg, ihn plagten nun aber Krämpfe. Sichtlich unter großen Schmerzen schleppte er sich über den Court, verlor im Tie-Break die ersten beiden Punkte, lag anschließend 1:3 zurück. Wieder bäumte er sich auf und verwertete nach vier Stunden seinen dritten Matchball.

Die emotionale Siegerehrung

Die Reaktionen der Spieler auf dem Court:

Thiem strahlt nach Triumph

"Ich will auch mit dir beginnen, Sascha. Wir kennen uns jetzt schon seit 2014. WIr haben uns gemeinsam entwickelt, sind Freunde, haben eine großartige Rivalität entwickelt. Es ist unglaublich, wie weit uns der Weg gebracht hat. Ich wünschte, es könnte heute zwei Sieger geben. Beim Finale in Madrid hast du es zu mir gesagt, jetzt sage ich es: Du wirst diese Trophäe gewinnen. Das gleiche gilt für dein Team, es ist großartig, irgendwann werdet ihr gewinnen."

"EIn großes Danke an mein Team. Ihr seid einfach unglaublich. Ich kann euch gar nicht genug danken ich mache das danach."

Thiem strahlt mit seiner Trophäe um die Wette.
Thiem strahlt mit seiner Trophäe um die Wette.Picturedesk

"An die Organisatoren einen großen Dank. Wir haben uns in diesen schweren Zeiten sehr sicher gefühlt. Hoffentlich haben wir 2021 ein normales Turnier. Wir würden es verdienen."

"Ein großes Hallo nach Hause nach Österreich. Ich hoffe, dass es alle, vor allem meine Großeltern, gut durch das Spiel geschafft haben. War sicher nicht leicht. Ich liebe euch alle."

2Zverev gratuliert fair

"Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich möchte Dominic gratulieren. Es ist sicher der erste von vielen Grand-Slam-Titeln. Es war so knapp, und jetzt bin ich hier und halte die Finalistenrede. Eines Tages werden wir diese Trophäe gemeinsam hochstemmen."

"Ich möchte mich bei den US Open bedanken, die dieses Turnier organisiert haben. Ihr habt einen tollen Job gemacht. Ich vermisse einige Menschen heute. Allen voran meine Eltern.“

Zverev entschuldigt sich, muss unter Tränen eine kurze Pause einlegen.

"Sie waren immer bei mir und ich habe ihnen alles zu verdanken. Mein Papa, der nicht mitkommen konnte – ich vermisse ihn sehr. Das ist wirklich hart. Ich hoffe, dass ich eines Tages die Trophäe heimbringen kann."

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